Zügellahmheit: Die Hintergründe und die besten Übungen

Unter Zugzwang

Ständiges Zerren im Maul macht Pferde nicht nur mundtot, sondern lahm. Doch Zügellahmheit ist für viele Reiter und Tierärzte ein Tabu. CAVALLO klärt auf.

 

Foto: Foto: Kraufmann Harte Hand? Oft die Ursache für Zügellahmheit.

Was beim Auto alle kapieren, respektiert beim Pferd längst nicht jeder: Wer mit voller Kraft auf die Bremse tappt, würgt den Motor ab. Bei Pferden führt harter Zug im Maul dazu, dass sie nicht mehr vorwärtsgehen, kürzer treten, aus dem Takt kommen oder gar zu hinken beginnen.

Der Rücken verspannt, die Hinterhand kann nicht mehr untertreten. Diese Abwärtsspirale, auf der Rücken und Maul in kurzer Zeit immer fester werden, dreht sich manchmal so weit, dass das Pferd stocklahm scheint – ohne dass der Tierarzt eine organische Ursache findet.

Diese sogenannte Zügellahmheit wurde und wird gerne vertuscht. "Zügellahmheit gibt es nicht, bekam ich im Studium zu hören“, erzählt Dr. Gerd Heuschmann, Bereiter und Tierarzt aus Warendorf. „In den 1980er Jahren war es nicht üblich, dass man die Ursache für Lahmheiten beim Reiter suchte.“ Heute weiß der Tierarzt es besser. Er spricht über das Tabu, recherchiert seit zehn Jahren und hält Vorträge über Zügellahmheit.

12.10.2008
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 01/2008