Neue Studie zur Rollkur liefert alarmierende Ergebnisse

Jetzt wird es richtig eng

CAVALLO Rollkur
Foto: Rädlein
Ein neues Endoskop erlaubt den Blick in Pferderachen. Was der Spion meldet, sollte jeden alarmieren - und dem Schönreden der Rollkur ein Ende setzen.

Tierarzt Ulf-Michael Stumpe spreizt mit zwei Fingern die rechte Nüster und schiebt einen dünnen schwarzen Stab hinein. Der Wallach schaut irritiert, bleibt aber ruhig stehen. „Das ist eine Videokamera, ein Endoskop“, erklärt der 29-Jährige.

„Die Aufnahme wird per Funk auf meinen Laptop übertragen. Während das Pferd longiert oder geritten wird, kann ich so den Rachenraum und den Kehlkopf untersuchen.“ Dieses Endoskop ist neu: Bisher konnten die Atemwege nur im Stand oder auf dem Laufband untersucht werden, weil die Untersuchungsgeräte so groß waren, dass sie neben dem Pferd stehen mussten.

Zusammen mit der Firma Videomed GmbH aus München entwickelte Stumpe ein handlicheres Gerät: Die Erfindung besteht nur aus einem kleinen schwarzen Kasten, der an einem Kappzaum befestigt wird, einer Kamera und einer Satteltasche, in der sich die Technik für die Funkübertragung befindet.

Das Endoskop wird bereits in der Praxis eingesetzt (siehe Kasten Seite 61) und auf dem brandenburgischen Haupt- und Landgestüt in Neustadt an der Dosse verwendet, um neue Erkenntnisse aus dem Pferderachen zu bekommen.

Forscher des dort ansässigen Graf-Lehndorff-Instituts für Pferdewissenschaften nutzen das Gerät, um die Auswirkungen der Rollkur zu untersuchen - jener Trainingsmethode, die auch „Hyperflexion“ genannt wird, und bei der Reiter Pferden den Kopf auf die Brust ziehen.

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10.02.2010
Autor: Christiane Wehnert
© CAVALLO
Ausgabe 02/2010