Pferdepflege: Pferde beim Fellwechsel richtig putzen

Der Fellwechsel zum Winter


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CAVALLO Fellpflege
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CAVALLO Bürsten und Kardätschen im Test
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Zwei Mal im Jahr werfen Pferde ihr Fell ab und lassen sich ein neues Haarkleid wachsen. CAVALLO erklärt, warum das wenig mit Temperaturen zu tun hat und wie man Pferde beim Fellwechsel richtig putzt.

 

Winterfell Fellwechsel Pferd
Foto: Stuewer Plüschiges Haarkleid für den Winter.

Pferde haben es besser als viele Männer: Sobald ihre Haarpracht ausfällt, wächst bei ihnen prompt wieder was nach. Zwei Mal im Jahr lösen sich Pferdehaare aus der Verankerung und machen sich dünne. Schon bevor sie ausfallen, sprießen unter der Hautoberfläche neue Haare.

Haare bestehen aus Keratin, einer Hornsubstanz. Das einzelne Haar setzt sich zusammen aus Follikel, Haarwurzel und Haarschaft. Jedes Haar hat nicht nur eine Schweißdrüse, sondern ist auch mit einem Muskel verbunden. Dadurch kann es sich bei Kälte aufstellen. In den Haarfollikeln münden Drüsen, die Talg absondern. Der überzieht das Fell mit einem feinen Fettfilm, der ihm Glanz verleiht und Regenwasser abweist.

Den Startschuss für den Fellwechsel gibt nicht etwa die Außentemperatur, sondern die Tageslänge. Werden Ende August die Tage kürzer, machen die Sommerhaare Platz für den Winterpelz. Erst wenn die Tage wieder länger werden, fällt der Winterplüsch. Steigende oder sinkende Temperaturen spielen beim Fellwechsel eher eine Nebenrolle. Nur wenn das Thermometer partout nicht klettern oder sinken will, verzögert sich der Wechsel nach hinten. Die Haltungsform entscheidet, wie viel Fell wächst: Pferde, die im Winter in warmen Ställen stehen, entwickeln häufig kein so dickes Winterfell wie Offenstall-Pferde, die ständig den Außentemperaturen ausgesetzt sind. Winterplüsch ist auch rassebedingt. Ponys besitzen oft ein dickeres Fell als große Warmblüter.

Um ein neues Haarkleid zu stricken, benötigt der Pferdekörper viel Eiweiß und Energie. Das nachwachsende Haar muss sich langsam aus der Haut schieben. Auch der Bedarf an Spurenelementen wie Zink, Kupfer und Selen steigt. Mangelt es dem Pferd an diesen Stoffen, klappt zwar der Fellwechsel, aber das Immunsystem wird geschwächt. Das erklärt, warum viele Pferde im Fellwechsel anfälliger für Infektionen sind. Bei einer normalen Heu- und Kraftfutterration werden solche Versorgungslücken meistens leicht überbrückt, wenn Pferde gesund sind.

Während des Fellwechsels steigt bei Pferden der Bedarf an Aminosäuren und essentiellen Fettsäuren. Die findet man geballt in Leinsamen. Der kann zwar an der Geschwindigkeit des Fellwechsels nichts ändern, aber er kurbelt die Verdauung an und unterstützt den Stoffwechsel. Leinsamen enthalten Blausäure. Deswegen muss er vor dem Füttern abgekocht oder geschrotet werden. Im Handel gibt es mittlerweile fütterungsfertigen Leinsamen samt Mengenempfehlungen.

Wissen: Das Kältempfinden von Pferden

Pferde verkraften Kälte sehr gut. Ihre Thermoregulation funktioniert ähnlich wie ein Thermostat. Melden die Sensoren in der Haut Kälte, springt die Heizung an: Je stärker der Kältereiz, desto stärker wird die Muskulatur durchblutet. Die Haut ist für die Isolation zuständig und hat eine geringere Temperatur als das Körperinnere. Wird es richtig kalt, stellen Pferde ihre Haare auf. Die Luftschicht, die entsteht, isoliert den Körper.

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CAVALLO Spanische Hofreitschule Foto: Franz Baldauf
CAVALLO Spanische Hofreitschule Foto: Franz Baldauf
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Inhaltsverzeichnis

08.10.2013
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 11/2011