Wurmkuren richtig dosieren - Plus wissenschaftliche Umfrage

Welches Körpergewicht hat mein Pferd?

Das eigene Gewicht kennt man - das Pferdegewicht schätzt fast jeder falsch ein. Die Folge: Wurmkuren werden falsch dosiert. CAVALLO zeigt, wie sie Ihr Pferd wiegen lassen.

 

Pferdewaage
Foto: Streitferdt

 

CAVALLO Wurmkur
Foto: Kupsch

Bei Pferden ist das anders. Ihr Gewicht ist ihnen egal, leider auch ihren Besitzern. Wenn überhaupt, schätzen sie eben lässig – und handeln damit fatal nachlässig, weil die Wirkung von Wurmkuren, Medikamenten oder Futterrationen mit der exakten Dosierung steht und fällt. Die richtet sich immer nach dem Körpergewicht des Pferds.

Ein Probe-Wiegen an 76 Pferden vom Isländer bis zum Warmblut zeigt: Pferdebesitzer verschätzen sich um bis zu 200 Kilo, dosieren folglich Arzneien falsch (siehe Tabelle Seite 40). Selbst Tierärzte sind nicht vor Fehlschätzungen gefeit. Ein weiteres Ergebnis, das CAVALLO beim Probe-Wiegen fand: Die häufig verwendete Gewichtsformel „Brustumfang x Brustumfang x Körperlänge geteilt durch 11900“ ist ebenfalls nicht zuverlässig, sondern liefert um bis zu 60 Kilo nach oben oder unten abweichende Werte.

Weitere überraschende Erkenntnisse betreffen die Pferderassen. Haflinger sind oft schwerer als Friesen und Warmblüter; Friesen sind im Vergleich zu Warmblütern überraschend leicht, und so manches mager oder fett wirkende Pferd wiegt deutlich mehr oder weniger, als sein Anblick vermuten läßt. Selbst der vielfach gebrauchte Body-Condition-Score, mit dem man beurteilt, ob ein Pferd zu mager oder zu fett ist, sagt noch nichts über das Gesamtgewicht eines Pferds.

„Die meisten kennen das Pferdegewicht nicht, weil Waagen, anders als Führanlagen oder Laufbänder, weder zur Stall- noch zur Klinikausstattung gehören“, sagt Manfred Müller, 40. Der Kaufmann aus dem schwäbischen Crailsheim entwickelte deshalb zusammen mit dem Knabstrupper-Züchter Klaus Scharfenecker, 43, und dem Informatiker Philipp Fauser, 27, in zweijähriger Tüftelei eine Pferdewaage, die sich in jedem Stall und in fast jedem Gelände ruckzuck aufbauen läßt.

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10.07.2009
Autor: Ulrike Dobberthien
© CAVALLO
Ausgabe 01/2001