"Schlimmste Misshandlung" - Tierarzt ist entsetzt

Dressurtrainerin Christine W. ist erneut wegen Tierquälerei im Training aufgefallen. Das Amtsgericht Plön (Schleswig-Holstein) hatte die gebürtige Deutsche bereits im September 2007 wegen des Einsatzes von Peitsche, Sporen und Schlaufzügel mit einem beruflichen Tierumgangsverbot abgestraft.

Fotostrecke: Fall Christine W.: Tierarzt-Fotos zeigen Wunden

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Christine W. Tierquälerei Pferdeschänder Plön Oster Gejl Foto: Ole Caspersen
Christine W. Tierquälerei Pferdeschänder Plön Oster Gejl Foto: Caspersen
Christine W. Tierquälerei Pferdeschänder Plön Oster Gejl Foto: Caspersen

Auf einem mit versteckter Kamera gedrehten Video, am 7. Oktober im ARD-Magazin "Brisant" gezeigt, verprügelt Christine W. nun erneut Pferde. Diesmal gleich hinter der Grenze im dänischen Oster Gejl, wo sie in einem Reitstall Zuflucht suchte.

CAVALLO sprach mit Tierarzt Dr. Ole Caspersen, der vier der betroffenen Pferde persönlich untersuchte und umgehend Anzeige gegen Christine W. erstattete. Der 55jährige, seit fünf Jahren als Inspektor für die größte dänische Tierschutz-Organisation "Dyrenes Beskyttelse" tätig, beschreibt: "Es ist das Schlimmste, was ich je an Misshandlung gesehen habe. Ungeheuer grob. Sie schlägt auf dem Video systematisch, ohne Anlass, ohne Wut und ganz cool zu. Longiert das Pferd sehr eng, damit sie gut drankommt, steht und schlägt, immer wieder mit dem Knauf der Peitsche. Dazu kommen sehr brutal eingesetzte Schlaufzügel, die Spuren hinterließen."

Alte und frische Wunden an Beinen und Bauch, am Kopf und über den Augen hat Caspersen vermessen. "Die stammen von einer Peitsche, da bin ich ganz sicher", sagt er. Er hat – mit Erlaubnis von Frau W. – alles fotografiert, als Beweis und Anstoß, dass die Polizei etwas tut. Polizei und Amtstierärztin waren mittlerweile auf dem Hof, um die Pferde zu begutachten.

10.10.2008
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO