CAVALLO-Kommentar zur Amtsführung der FEI Präsidentin

CAVALLO Knotenhalfter
Foto: Rädlein
Die CAVALLO-Mistgabel des Monats Januar 2010 geht an die Präsidentin der FEI, Haya Bint Al Hussein.

 

CAVALLO Mistgabel
Foto: Per Juel

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Prinzessin Haya von Jordanien, 35, taucht rund um den Globus überall da auf, wo es um Pferde, Frauen, Wohltätigkeit und Business geht. Sie sitzt im Ehrenkomitee der Spanischen Hofreitschule, war Friedensbotschafterin der UN, ist Gattin des Dubai-Herrschers Mohammed Bin Rashid Al Maktoum und außerdem Präsidentin des Weltreiterverbands FEI. Dort lässt die machtbewusste, sich europäisch gebende Dame nichts unversucht, um den Einfluss der traditionellen europäischen Pferdeländer zugunsten des Rests der Welt auszuschalten – durch eine undemokratische, undurchsichtige, auf dem Hire-and-fire-Prinzip basierende Amtsführung.

Seit Jahren kämpft Haya gegen die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), obwohl sie von 1997 bis 1999 nach Deutschland zog, um Springreiterin zu werden (sie schaffte es anschließend im Jahr 2000 sogar zu den Olympischen Spielen in Sydney, wo sie vom Pferd fiel). So versucht sie unter anderem, das letzte deutsche Vorstandsmitglied der FEI – den Ex-FN-Chef Hanfried Haring – von seinem Posten zu verjagen. Die deutschen Doping-Sünden von Hong Kong nutzt sie dabei ¬geschickt als Argument – und geht nonchalant darüber hinweg, dass der Großteil der laufenden FEI-Dopingverfahren arabische Distanzreiter betrifft. Unter den Sündern ist, pikant, pikant, auch Hayas Gatte Mohammed. In der Distanzszene heißt es, dass immer wieder Psychopharmaka und Blutdrucksenker verwendet würden, die Tierärzte angeblich bei den Vet-Checks über die Fitness von Distanzpferden täuschen sollen.

Bei der FEI-Generalversammlung im November in Kopenhagen ritt Haya eine neue Attacke, wollte den erweiterten FEI-Vorstand von 19 auf 7 Personen schrumpfen lassen, um so zwei ungeliebte Europäer loszuwerden. Der Versuch scheiterte. Einen Tag später setzte sie eine plötzlich aus dem Hut gezauberte sogenannte „Progressive Liste“ durch, die unter anderem erlaubt, dass mit Schmerzmitteln behandelte Pferde auf Turnieren starten. Einwände ließ sie nicht gelten und bejubelte das Werk als „Meilenstein in der Geschichte unseres Sports“. Es ist in der Tat ein Meilenstein, offiziell zu erlauben, was das deutsche Tierschutzgesetz verbietet. Was sagte Haya doch gleich, als sie für das FEI-Präsidentenamt kandidierte? „Für mich ist es von größter Wichtigkeit, dass der Verband vollkommen transparent arbeitet. Das ist für Entwicklung und Wachstum des Pferdesports unumgänglich.“

Hallo Hoheit: Sie sind auf dem besten Weg, dem Spitzen-Reitsport den letzten Hauch Glaubwürdigkeit zu rauben. Legal gedopte Turnierpferde – auf nichts anderes läuft die Progressive Liste hinaus – sind in Europa unerwünscht. Deshalb spendieren wir zu dieser Krönung Ihres bisherigen Werks gern eine Mistgabel – ganz progressiv, versteht sich.

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22.12.2009
Autor: Redaktion Cavallo
© CAVALLO
Ausgabe 12/2009