CAVALLO Mistgabel an den Pony-Tätowierer aus Lüdinghausen

CAVALLO Pony
Foto: Rädlein
Wer meint, er müsse die Bildchen auch seinem Pferd in die Haut gravieren, ist definitiv geschmacksverirrt.

Was man mit Pferden nicht tun sollte - Zur Diskussion im Forum

 

CAVALLO Mistgabel für Missbrauch an Pferden
Foto: Per Juel

Tattoos sollen Körper verschönern. Japanische Mafiosi tragen sie auf dem Rücken, und eine Zeitlang war es Mode, dass junge Frauen sich den Steiß mit geweihähnlichen Schnörkeln verzieren ließen. Täto­wieren mit allen denkbaren Motiven ist für viele Menschen Ausdruck einer ganzen Lebenseinstellung. Muss man nicht verstehen, kann man aber tolerieren. Bis zu einem bestimmten Punkt zu­-mindest: Wer meint, er müsse die Bildchen auch seinem Pferd in die Haut gravieren, ist definitiv geschmacksverirrt. Und er handelt gesetzeswidrig, wie das Verwaltungsgericht Münster mit seinem ­Beschluss vom 4. Oktober 2010 bestätigte.

Der Sachverhalt: Ein Ponyhalter und Tattoo-Freund aus dem nordrhein-westfälischen Lüdinghausen wollte seinem Vierbeiner eine „Rolling-Stones-Zunge“ auf den Oberschenkel tätowieren. Das Logo der englischen Rockband ist seit 1971 ein grellroter Mund, aus dem eine dicke, ebenso rote Zunge herausschlabbert. Um das Motiv auf seinem Pony zu verewigen, war der Lüdinghausener bereits tätig geworden. Er hatte das Tier nicht nur an der entsprechenden Stelle rasiert, sondern auch eine etwa 15 Zentimeter große Vorlage der Zunge in Form von schwarzen Linien vortätowiert. Damit wollte er sein Pferd individuell verschönern, hieß es. Zudem hatte der Ponyhalter bereits ein Gewerbe – einen „Tattooservice für Tiere“– angemeldet. Damit hoffte er offensichtlich auf eine lukrative Einnahmequelle. Glück für die Tiere: In einem Eilverfahren zog der Landrat des Kreises Coesfeld gerade noch rechtzeitig die Notbremse und verhinderte das geschmacklose Gewerbe mit den Tier-Tattoos. Das Verwaltungsgericht Münster machte das Verbot mit seinem Beschluss rechtskräftig. In der Begründung heißt es unter anderem: Die Tätowierung eines warmblütigen Wirbeltiers stellt einen Verstoß gegen § 1 Satz 2 des Tierschutzgesetzes dar. Diese Vorschrift verbietet es, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen zuzufügen. Auch, wenn Tätowierungen am Menschen in der Regel ohne Betäubung erfolgten, bedeute dies nicht, dass der mit derartigen Eingriffen in die Haut verbundene Schmerz bei einem Tier zu vernachlässigen sei, so das Gericht. Außerdem könne sich ein Tier nicht gegen die Prozedur wehren oder den Sinn des schmerzhaften Tätowierungsprozesses begreifen. Das erklärte Motiv des Antragstellers, „sein Pferd individuell verschönern“ zu lassen, stelle keinen vernünftigen Grund für Schmerzen dar. Bleibt nur zu hoffen, dass der ausgebremste Tattoo-Freund es bei dieser fragwürdigen Idee belässt und künftig nur noch Menschen mit seiner Nadel piekst.

Für das halbfertige Zungentattoo auf seinem Schimmelpony hat der Mann jedenfalls einen kräftigen Stich verdient. Und dazu taugt ­unsere spitze Mistgabel ganz hervorragend.

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10.02.2011
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 01/2011