CAVALLO Mistgabel an Ponyhofbetreiber Josef E. aus Mönchengladbach

CAVALLO Mistgabel für Missbrauch an Pferden
Foto: Per Juel
Hofbetreiber Josef E. schleift ein schwaches Pony am Hänger festgebunden durch den Wald. Eine Spaziergängerin will dem Tier helfen und alarmiert die Polizei.

 

CAVALLO Mistgabel für Missbrauch an Pferden
Foto: Per Juel

Sicherer Umgang mit Pferden - Zur Diskussion im CAVALLO-Forum

Manche Dinge sind so abstrus, dass man sie gar nicht glauben mag. Da kappen unbedarfte Heimwerker elektrische Leitungen mit der Kneifzange, Bankräuber lächeln breit in Überwachungskameras. Sie haben ihre Gesichter vorher mit Zitronensäure eingerieben, was zwar in den Augen brennt, aber bekanntermaßen scharfe Aufnahmen verhindert.

Nicht weniger haarsträubend ist ein Vorgang, den eine Spaziergängerin laut Lokalausgabe der Zeitung „Rheinische Post“ Anfang Oktober bei Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen ­beobachtete. Als sie frühmorgens ihren Hund Gassi führte, kam ihr in einem Waldstück ein Auto mit Anhänger entgegen. Am Steuer: der 80-jährige Josef E. Der Senior betreibt seit Jahrzehnten einen Ponyhof im ­Umland. Ein Mann vom Fach, sollte man denken. Nur dass ihn seine Fachkenntnisse offenbar diesmal verließen: Er hatte drei Ponys mit Stricken am Anhänger festgebunden, weitere Ponys ließ er frei mitlaufen. Es war vermutlich nicht das erste Mal, dass Josef E. seine Tiere so durch die Gegend fuhr, und bisher war das wohl auch halbwegs gut gegangen.

Diesmal nicht: Eins der angebundenen Ponys hing nahezu leblos am Anhänger. Zwar gelang es der Spaziergängerin, Josef E. zu stoppen. Retten konnte sie das Pony nicht; es starb vor ihren Augen. Die geschockte Frau rief die Polizei. Während sie telefonierte, schnitt Josef E. das Pony los, bedeckte es mit einer Plane und nahm es später mit auf seinen Hof. Am nächsten Morgen übergab er es der Tierkörperverwertung. Ob das Pony tatsächlich einen Schlag erlitt und deswegen stürzte, wie Josef E. gegenüber der „Rheinischen Post“ behauptete, lässt sich nicht mehr feststellen. Gesetzeswidrig handelte Josef E. aber in jedem Fall. Paragraf 28 der Straßenverkehrsordnung untersagt ausdrücklich, Pferde vom Kraftfahrzeug und Fahrrad aus zu führen. Auch die übergeordnete EU-Verordnung 1/2005 ist ziemlich eindeutig. In Artikel 3 heißt es: „Niemand darf eine Tierbeförderung durchführen oder veranlassen, wenn dem Tier dabei Verletzungen oder unnötige Leiden zugefügt werden könnten.“ Josef E. wollte sich dazu gegenüber CAVALLO nicht äußern. Jedenfalls nicht „bis zur Gerichtsverhandlung“, denn die Spaziergängerin zeigte ihn wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz an. Wann es zum Prozess kommt, steht noch nicht fest. Die Stadt Mönchengladbach untersagte dem Ponyhofbetreiber nach Angaben eines Sprechers aber schon einmal vorsorglich per Ordnungsverfügung bei Strafe, seine Pferde angebunden am Anhänger zu transportieren. CAVALLO schließt sich mit einer Mistgabel für Josef E. an – stellvertretend für alle anderen, die ihr Hirn beim Herumfahren von Pferden vorübergehend herunterfahren. Denn davon gibt es leider mehr als genug.

Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 12/2010