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Mistgabel für den amerikanischen Reining-Reiter Craig Schmersal
Die Mistgabel der CAVALLO-Redaktion geht in diesem Monat an den amerikanischen Reining-Reiter Craig Schmersal.
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Craig Schmersal ist ein erfolgreicher Mann. Er ist einer der besten Reining-Reiter der USA, gewann bei den Weltreiterspielen in Kentucky 2010 in der Einzelwertung Silber und holte mit der US-Mannschaft Gold in der Reining. Schmersal ist einer, der Pferde zu Reining-Champions macht. Wie er das schafft? Das verrät seine Webseite: „Weil er alle Pferde als Individuum trainiert. Er findet Wege, ihre Stärken zu maximieren und ihre Schwächen zu minimieren.“
Wenn das Training allerdings so aussieht wie bei den FEI World Reining Finals Ende Mai auf dem Bökebergs Gård im schwedischen Malmö, möchte man kein Pferd bei Craig Schmersal sein. Auf dem Abreiteplatz ritt der Amerikaner die Quarter-Stute Lil Miss Addy Tude eng aufgerollt auf dem Zirkel. Zwischendurch riss er die Zügel immer wieder nach oben – Rollkur in Western-Manier. Dabei lächelte er freundlich einem Kamerateam des dänischen Internetportals Epona.tv zu.
Das filmte ihn auch beim Fencing. Bei dieser Trainingsmethode galoppiert der Reiter mit dem Pferd quer durch die Halle, um es vor der kurzen Seite im Sliding Stop anzuhalten. Als Lil Miss Addy Tude schon stand, stellte sich Schmersal in die Bügel und riss abwechselnd mehrfach an den Zügeln. Auch beim anschließenden Rückwärtsrichten griff er kraftvoll zu. Gelinde gesagt.
Die anderen Reiter auf den Video-Aufnahmen schien dies kaum zu stören. Kein Wunder: Der deutsche Top-Reiner Nico Hörmann sah auf einem anderen Filmclip von Epona.tv beim Fencing auch nicht viel besser aus als Craig Schmersal. Die FEI-Stewards am Abreiteplatz schritten offenbar nicht ein. Auf den Videos beschäftigten sie sich intensiv mit ihrer Zeitung. Gegenüber Epona.tv versicherte der Weltreiterverband zunächst per E-Mail, dass alle Trainingseinheiten überwacht worden seien. Die gezeigten Praktiken stimmten mit den derzeitigen Regeln überein. Später korrigierte sich der Verband auf seiner Homepage: Demnach gab es mehrere mündliche Verwarnungen an Reiter wegen ihrer Trainingsmethoden.
Craig Schmersal versucht indes per Anwalt, die Verbreitung der Aufnahmen zu verhindern: Sie seien illegal entstanden und eine Verletzung seines intellektuellen Eigentums. Internetfirmen wie Google und Yahoo seien bereits verständigt, um die Webseite von Epona.tv in ihren Suchmaschinen zu blockieren. Die Aufnahmen waren jedoch bei Redaktionsschluss weiter im Internet zu sehen, wie auch ein weiterer Clip von Epona.tv mit Patrik Kittel aus dem Jahr 2009. Er zeigt den schwedischen Dressurreiter und sein Pferd Watermill Scandic mit blau angelaufener Zunge.
„Wegen der überwältigenden Fan-Unterstützung zeitweilig geschlossen“ ist hingegen Craig Schmersals Seite im sozialen Netzwerk Facebook. Möglicherweise sein kleinstes Problem: Laut Epona.tv will die zuständige schwedische Provinzialregierung den Vorfall aufgrund einer Tierschutzanzeige untersuchen lassen.
Wir hoffen, dass Craig Schmersal das Grinsen vergeht und er die Zügel künftig wie ein echter Horseman anfasst. Dazu klopfen wir ihm gerne mit einer CAVALLO-Mistgabel auf die Finger.



