CAVALLO Mistgabel für die Veranstalter des Suicide Race in Omak/Washington

CAVALLO Mistgabel für Missbrauch an Pferden
Foto: Per Juel
Das "Suicide Race" ist eine Serie aus drei nächtlichen Rennen sowie einem bei Tageslicht - es ist wahrlich mörderisch. Auf das Wohl der Pferde wird keine Rücksicht genommen.

 

Foto: AP, Illustration Per Juel

Omak liegt im Norden des amerikanischen Bundestaats Washington. Die kanadische Grenze ist eine Autostunde entfernt. In Omak gibt es eine Bankfiliale von Wells Fargo, eine Tierklinik, eine presbyterianische Kirche, mehrere Fitness-Studios und auch sonst so ziemlich alles, was man zum Leben braucht. Omak ist ein durchschnittlicher Ort in der Provinz. Einmal im Jahr geht in dem 5000-Einwohner-Nest jedoch die Post ab: In der zweiten Augustwoche findet hier die Omak Stampede statt, ein Rodeo-Turnier. Höhepunkt der Veranstaltung sind aber nicht die üblichen Wettbewerbe auf bockenden Pferden und Bullen, sondern das „Suicide Race“ – das „Selbstmordrennen“.

„Murder Race“ oder „Killer Race“ wäre angemessener. Denn die Wettbewerbs-Serie aus drei nächtlichen Rennen und einem bei Tageslicht ist wahrlich mörderisch. Das Spektakel beginnt auf dem Suicide Hill. Die Reiter galoppieren mit ihren Pferden über die Bruchkante des Hügels und rasen in halsbrecherischem Tempo den 69 Meter langen und 62 Grad steilen Abhang hinab. Unten angekommen, müssen sie den Okanogan River am Fuß des Hügels durchqueren. Am ungefährlichsten ist vermutlich der anschließende Sprint über 460 Meter ins Rodeo-Stadion von Omak, wo schon eine jubelnde Menge auf die Sieger wartet.

Verlierer sind in jedem Fall die Pferde, auf deren Rücken dieser tierquälerische Wahnsinn ausgetragen wird. Immer wieder stürzen sie am Steilhang so schwer, dass sie eingeschläfert werden müssen; andere ertrinken im Okanogan River. Seit dem Jahr 1983 starben mehr als 20 Pferde bei den Rennen. Wie viele Tiere sich verletzten, hat niemand erfasst.

Amerikanische Tierschützer prangern das Rennen daher seit Jahren an. Bisher vergeblich. Daran ändern auch im Internet veröffentlichte Filme nichts - siehe Suicide Race Omak. Die meist indianischen Reiter verteidigen das Suicide Race als Teil ihrer kulturellen Tradition. Ein Pseudo-Argument, denn das Rennen geht auf Claire Pentz zurück, einen weißen Möbelhändler. Er war gleichzeitig PR-Chef der Omak Stampede und suchte im Jahr 1935 eine Idee, um die junge Rodeo-Veranstaltung zu bewerben. Heute zieht die Stampede jedes Jahr etwa 80000 Besucher an und bringt mehrere Millionen Dollar ein. Als die indianischen Reiter 1999 das Suicide Race bestreikten, blieb die Hälfte der Besucher weg. Wir finden, das kann so bleiben – und helfen den Geschäftemachern des Suicide Race mit einer mörderisch spitzen Mistgabel auf die Sprünge.

Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 08/2010