Mistgabel für das Permanent Make-up für Pferde

Equine Verhaltensforschung
Foto: Per Juel
Die Mistgabel der CAVALLO-Redaktion geht in diesem Monat an die Anbieter von Permanent Make-up für Pferde.

Ihr größter Fehler, beklagte TV-Blondine Daniela Katzenberger einmal, seien ihre Augenbrauen. Die hatte sich das bekennende Kunstprodukt nämlich auf die Stirn tätowieren lassen. Nur leider so hoch, dass ihr Gesicht wirkte wie das von Clown Oleg Popow nach einem Schminkunfall. Inzwischen hat die Katzenberger ihr missglücktes Permanent Make-up gerade rücken lassen. Damit ist sie gegenüber manchen Pferden im Vorteil. Die können sich nämlich nicht wehren, wenn ihre Besitzer auf den Gedanken verfallen, ihnen die Augenkonturen nachziehen zu lassen.

Gibt es nicht? Gibt es doch. In den USA werben Anbieter mit Permanent Make-up für die Augen von Pferden. Das Ergebnis erinnert an Spielereien mit dem Kajalstift, hat aber angeblich rein medizinische Gründe - versteht sich. Das behaupten jedenfalls manche amerikanischen Anbieter solcher Pferdetattoos im Internet. Der permanente Lidstrich soll sonnenempfindliche Pferdeaugen vor schädlichen UV-Strahlen schützen. Die können bei Pferden mit unpigmentierter Haut tatsächlich zu vermehrtem Tränenausfluss, Augenentzündungen und sogar Krebs führen. Der Effekt des Permanent Make-ups bei Pferdeaugen sei ähnlich wie bei Footballspielern, die sich schwarze Streifen auf die Wangen malen, wirbt eine US-Webseite fürs Pferde-Make-up. Die harten Jungs würden durch die Schminkstreifen weniger stark von Sonne und Scheinwerfern geblendet. Abgesehen davon wirken Footballspieler mit Kriegsbemalung natürlich gefährlicher.

Das Permanent Make-up für Pferde ist wirklich gefährlich. Um Pferden den ständigen Lidstrich einzutätowieren, müssen sie häufig in Vollnarkose gelegt werden. Das aber ist ein immenses Risiko. Jeder vernünftige Veterinär versucht daher, medizinisch notwendige Eingriffe am stehenden Pferd vorzunehmen. Und selbst Sedierungen sind bekanntlich nicht ohne. Wobei die Betonung auf „medizinisch notwendig“ liegt. Das ist die etwa 900 bis 1200 Dollar teure Prozedur sicherlich nicht.

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Es gibt deutlich günstigere und vor allem gesündere Alternativen zum Permanent Make-up, Fliegenmasken mit UV-Schutz etwa. Die kann man bestimmt auch in den USA kaufen. Ebenso wie Modelle, die gleichzeitig empfindliche rosarote Pferdenasen vor der Sonne schützen. Oder ein schattiges Plätzchen in der Mittagshitze. Diese Methoden wirken tatsächlich, liefern allerdings keinen fadenscheinigen Vorwand, um Pferde mit eintätowiertem Kleopatra-Look zu verschönern. Wir sticheln daher mit einer CAVALLO-Mistgabel in der Hoffnung, dass die Anbieter solcher Dienstleistungen sich wieder auf ihre menschliche Kundschaft konzentrieren.

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23.09.2011
Autor: Redaktion CAVALLO
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Ausgabe 09/2011