CAVALLO Mistgabel für Till Backhaus Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern ist ein Pferdeland. So sieht sich das Nordbundesland jedenfalls selbst. Komisch nur, dass es gleichzeitig eine der strengsten Reitwegeregelungen Deutschlands hat.

 

CAVALLO Mistgabel
Foto: Per Juel

Wer hier ausreiten will, darf dies nur auf öffentlichen Straßen und gekennzeichneten Reitwegen. Davon entstanden in den vergangenen 20 Jahren immerhin 6000 Kilometer. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) preist die Regelung deswegen als Erfolgsgeschichte. Der Minister will sie daher auch fast wörtlich in die anstehende Novelle des Landeswaldgesetzes übernehmen. Die Sache hat nur einen Haken: Das Erfolgsmodell ist gar keins.

Einen „Schildbürgerstreich“ nennt etwa Heyko Deppe, Landesvorsitzender der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer (VFD), die bestehende Regelung. „In Brandenburg ist das Reiten fast überall erlaubt. Warum geht das nicht auch bei uns?“, fragt Deppe. Die jetzige Regelung sei unnötig und bürokratisch. Die Ausweisung von Reitwegen bürde den chronisch klammen Kommunen und Kreisen in Mecklenburg-Vorpommern zusätzliche Aufgaben auf. Kein Wunder, dass sie sich damit schwer tun.

Umso mehr, wenn es um Reitwege im Wald geht. Da müssen sich Kreise und kreisfreie Städte nämlich auch noch mit Forstämtern und Waldbesitzern abstimmen. Gerade Letztere stellen sich jedoch oft quer, wenn es um Reiter im Wald geht. Hier wenigstens enthält die Novelle des Landeswaldgesetzes tatsächlich eine Neuerung: Künftig sollen Waldbesitzer selbst Absprachen mit Reitern und Fahrern treffen dürfen. Das verbessere das Angebot für Reiter und gebe Waldbesitzern die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu handeln, ohne zusätzliche bürokratische Hürden aufzubauen, so Backhaus. Dass aber gerade die größten Reitwegeverhinderer sich plötzlich vom Saulus zum Paulus wandeln, ist unwahrscheinlich. Vielleicht überdenkt Minster Till Backhaus ja noch einmal die Gesetzesnovelle. Als Denkanstoß hilft CAVALLO gerne mit einer Mistgabel nach, um das Gestrüpp des Landeswaldgesetzes nachhaltig zu lichten.

Genau das tut übrigens ein Mann, an dem sich Herr Backhaus gerne ein Vorbild nehmen dürfte. Reginald Rink, Forstamtsleiter aus Conow und Reitwegebeauftragter in Mecklenburg-Vorpommern, setzt sich seit Jahren fürs Reiten in freier Natur ein und bekam dafür den CAVALLO Fairness Award „Tierfreund“.

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Ausreiten Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Geländelektionen Foto: Rädlein
Ausreiten Foto: Lisa Rädlein
Autor: Redaktion CAVALLO
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Ausgabe 05/2011