Doping-Kommission schickt Reiter zur EM

Reiter atmen auf: Die unabhängige Kommission des DOSB lässt deutsche Spring- und Dressurreiter zur Europameisterschaft nach Windsor fahren.

Das Zwischenergebnis der unabhängigen Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ist ernüchternd. Trotz diverser Doping-Manipulationen fallen die Urteile der Steiner-Kommission mild aus.

Der DOSB-Kommissionsvorsitzende Udo Steiner, ehemaliger Bundesverfassungsrichter, sieht das Reiten als Sportart nicht in Gefahr. Die vorgefallenen Delikte bewertet er als Einzelfälle.

Auch Ludger Beerbaum, der die Diskussion um die Medikation von Sportpferden provozierte, hat gute Chancen Ende August zur EM nach Windsor zu fahren. Wie Marco Kutscher und Daniel Deusser kann auch der viermalige Olympiasieger laut der Empfehlung der Kommission unter Vorbehalt wieder in einen Kader der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) aufgenommen werden. Die drei Springreiter müssen bis zum 31. Dezember 2011 jede Medikation mit dem Mannschaftstierarzt und dem Bundestrainer abstimmen. Einer Aufnahme in den Kader kann widerrufen werden, wenn gegen diese Auflage verstoßen wird.

Dressurreiterin Isabell Werth, die sich wegen eines Dopingvorwurfs vor dem Tribunal der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) verantworten muss, wurde noch nicht befragt. Werth hatte gebeten, den Ausgang des FEI-Verfahrens abzuwarten.

Im Verlauf der Anhörung in Warendorf wurden insgesamt 53 Reiter und 13 Funktionäre befragt. Außer im Fall Beerbaum, Kutscher, Deusser will die Kommission der FN in allen anderen Fällen die Aufnahme in die Kader empfehlen. Alle befragten Personen haben eine Ehren- und Verpflichtungserklärung abgegeben.

Nach Abschluss des dritten und letzten Befragungsblockes am 13. August 2009 will die Kommission der FN im Herbst Vorschläge über mögliche Sanktionen machen. Eine Bestrafung kann letztlich nur der Verband vornehmen.

23.07.2009
Autor: Redaktion CAVALLO
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