Doping-Vorwurf: FEI setzt Untersuchung im Fall Kutscher an

Die Behandlung von Marco Kutschers Olympia-Pferd mit einem leistungssteigernden Präparat rückt die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in ein schlechtes Licht. Der Vorfall war bei der FN bekannt, wurde aber bisher verschwiegen.

Der Doping-Vorwurf gegen Marco Kutscher scheint berechtigt: Die seinem Hengst Cornet Obolensky verabreichte Spritze mit den Stoffen Arnika und Lactanase ist offenbar nicht legal und kann deshalb als Doping eingestuft werden. Wie deutschsprachige Online-Medien berichten, sagte ein Experte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass die benutzte Substanz in Deutschland nicht zur Medikation zugelassen sei.

Der Weltverband FEI hat gegenüber der FN bereits eine Untersuchung des Sachverhaltes angekündigt. Im Fall von Christian Ahlmann kämpfte die FN für eine Verlängerung der Turnier-Sperre des Reiters - im Fall von Kutscher, der für den Stall von Ludger Beerbaum arbeitet, soll die FN ein nachträgliches Verfahren abgelehnt haben.

Fest steht, dass Kutschers Hengst im Verlauf des olympischen Wettbewerbes eine Spritze bekam, daraufhin einen Schwächeanfall erlitt - aber am folgenden Turniertag trotzdem eingesetzt wurde. Regelwidrig ist unter anderem, dass die Behandlung des Pferds nicht angemeldet war. Der Weltverband FEI wertet den Vorgang damit als verbotene Medikation. Ein Verfahren gegen Kutscher wurde während der Olympischen Spiele nicht eröffnet, weil es bei Doping-Tests keine positive Probe gab.

05.05.2009
Autor: Redaktion CAVALLO
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