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Dopingverdacht beim Pferd Whisper von Isabell Werth: Was ist das Shivering-Syndrom?
Whisper, zehn Jahre alter Wallach der fünfmaligen Olympiasiegerin Isabell Werth, wurde beim Pfingstturnier in Wiesbaden bei der A-Probe positiv auf die verbotene Substanz Fluphenazine getestet. Dressurreiterin Werth begründete die Medikation des Pferds damit, dass Whisper am Shivering-Syndrom leide.
Was ist das Shivering-Syndrom?
Charakteristisch sind für das Shivering-Syndrom sind Muskelkrämpfe, die vor allem eines oder beide Hinterbeine, Kruppe und Schweif betreffen.
Welche Symptome zeigen erkrankte Pferde?
Kranke Pferde verharren krampfartig mit halbgebeugten oder unter den Bauch gezogenen Beinen, besonders wenn die Hufe zum Säubern, Ausschneiden oder Beschlagen hochgehoben werden. Gleichzeitig heben sie oft den Schweif.
Im Gegensatz zum Hahnentritt, mit dem die Krankheit anfangs leicht verwechselt wird, stellen die Pferde ihre Hufe allerdings nicht schlagartig wieder auf den Boden, sondern setzen sie langsam ab, wenn der Anfall vorbei ist. Das kann nur ein paar Sekunden oder auch einige Minuten dauern.
Im fortgeschrittenen Stadium sind manche Tiere nicht mehr in der Lage, die Beine längere Zeit locker hochzuhalten, so dass das Beschlagen und selbst das Ausschneiden des Hufs unmöglich wird.
In sehr seltenen Fällen sind auch die Vorderbeine betroffen, die beim Hochheben nach vorne gestreckt werden, während die Muskeln über den Ellenbogen zittern.
Muskelspasmen können auch in der Kopf- und Nackenregion auftreten, so dass die Augenlider schnell zwinkern, und die Ohren zucken. „Das ist aber sehr selten“, sagt Pferdefachtierarzt Dr. Dirk Fister, Chef der Tierärztlichen Klinik für Pferde Bilsen bei Hamburg.
Wenn das Pferd vorwärts läuft, zuckt es entweder gar nicht oder nur während der ersten paar Schritte. „Unter dem Reiter und unter Belastung sind keine Symptome zu sehen, es sei denn, das Pferd läuft rückwärts. Das können Shivering-Pferde oft nur sehr schlecht und nur für ein paar Schritte“, sagt Dr. Fister.
Die Symptome verschlimmern sich, wenn das Pferd aufgeregt ist. „Shivering-Pferde sind meist keine guten Hängerfahrer; sie kommen häufig schweißnass an, weil die Anfälle ihnen Angst machen“, sagt Dr. Fister. „Oft löst ein unbekannter Bodenbelag wie der Gummiboden im Behandlungsraum einen Anfall aus“, beobachtet der Tierarzt.
Folgen der Krankheit
Die Muskulatur schrumpft (Atrophie), wenn die Krankheit fortschreitet; die Beine werden steifer, die Hinterhand schwächer. Häufig stehen Pferde dann auch ungewöhnlich breitbeinig.
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