Erste Landoberstallmeisterin kommt aus Marbach

Die Baden-Württemberger können bekanntlich alles außer Hochdeutsch. Dafür hat das Ländle jetzt eine Landoberstallmeisterin. Eine Amtsbezeichnung, die einzigartig in der Republik ist.

Astrid von Velsen-Zerweck ist mächtig stolz. Die Leiterin des Haupt- und Landgestüts Marbach auf der Schwäbsichen Alb darf sich vom 1. März an mit dem klangvollen Namen Landoberstallmeisterin schmücken. Nach der ersten Frau Bundeskanzler, gibt es jetzt auch die erste Frau Landoberstallmeister.

Ein Traditionstitel, der einmalig ist zwischen Flensburg und Sonthofen. Es gibt zwar einige Staatliche Gestüte in Deutschland, aber nur einmal diese altehrwürdige Amtsbezeichnung.

Agrarminister Peter Hauk hat der Politiker der 41-jährigen promovierten Agraringenieurin die vom Ministerpräsidenten unterschriebene Ernennungsurkunde verliehen. „Sie hat es geschafft, das Gestüt noch mehr in den Fokus der Pferdewelt zu rücken“, lobt Hauk die Chefin des Marbacher Gestüts, die dort seit zweieinhalb Jahren fest im Sattel sitzt. Die Dienstbezeichnung bringe die Fachkompetenz mit Marbach zum Ausdruck.

„Frau von Velsen-Zerweck bereitet das Gestüt auf neue Zeiten vor. Dabei achtet sie darauf, dass sich Tradition mit der Moderne zusammenfügt“, sagt Hauk.

Mit der A 16 bewerteten Stelle kann sich von Velsen-Zerweck in die Liste ihrer 24 männlichen Vorgänger einreihen, die allesamt den Titel Landoberstallmeister getragen haben. „Ich bin mir dieser großen Ehre bewusst“, strahlt die 41-Jährige über beide Backen, die sich riesig darüber freut, dass die Tradition erhalten bleibe.

Hintergrund:

In Deutschland gibt es zehn staatliche Gestüte, sechs Landgestüte sowie vier Haupt- und Landgestüte. Das Haupt- und Landgestüt in Marbach in Baden-Württemberg ist mit knapp 500 Jahren das älteste. Dort sind zurzeit 83 Mitarbeiter und 37 Auszubildende beschäftigt.

05.03.2010
Autor: Joachim Lenk
© CAVALLO