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ESSA-Vorstand zieht positive Jahresbilanz
Auf der Sitzung zum Jahreswechsel zogen die Vorstandsmitglieder des Netzwerks European State Studs Association (ESSA) eine positive Jahresbilanz. Dabei wird es für die französischen Landgestüte zu herben Einschnitten kommen.
Die Geschäftsstelle der ESSA nahm im Haupt- und Landgestüt Marbach ihre Arbeit auf und ließ die Vereinigung offiziell als Verein eingetragen. Während der Mitgliederversammlung im slowakischen Nationalgestüt Topolcianky unterzeichneten die Gestütsdirektoren die „Deklaration zur Erhaltung traditioneller Brandzeichen“.
Eines der Hauptanliegen der ESSA ist die Anerkennung der europäischen Staatsgestüte als „europäisches Kulturerbe”. Die Vereinigung steht in Kontakt zu den verantwortlichen Stellen in Brüssel und ist aktiv an der Entwicklung des zukünftigen europäischen Kulturerbe-Labels beteiligt.
Widersprüchlich scheint dieses Engagement im Bezug auf die Landgestüte in Frankreich. Dort wurde die französische Gestütsverwaltung nach 345 Jahren zum 1.2.2010 aufgelöst. Elf der 19 französischen Landgestüte werden unter der Regie der ENE Saumur gestellt und als regionale staatliche Pferdezentren betrieben, jedoch ohne Staatshengste. Die übrigen Landgestüte und Hengste werden in eine auf fünf Jahre befristete Auffanggesellschaft übernommen und weitestgehend privatisiert. Damit verabschiedet sich Frankreich aus der Hengsthaltung auf Staatsgestüten. Dies verwundert, da die ESSA vor allem eine Initiative der Franzosen ist, die sich doch zum Ziel setzte Staatsgestüte zu erhalten statt zu privatisieren.
Bis heute gehören dem Netzwerk 16 der bedeutendsten Staatsgestüte Europas an, darunter die Nationalgestüte Le Pin und Pompadour (Frankreich), Lipica (Slowenien), Kladruby nad Labem (Tschechien), Bábolna (Ungarn) und Flyinge (Schweden). Die Zahl der institutionellen und persönlichen Mitglieder wächst. Ab Sommer besteht die Möglichkeit, der ESSA als förderndes Mitglied beizutreten. Sie können die Aktivitäten der ESSA schon heute durch Spenden unterstützen und damit zum Erhalt des kulturellen Erbes der europäischen Staatsgestüte beitragen.
Für 2010 plant die ESSA die Erneuerung Ihres Internetauftrittes, die Einrichtung von Informationspunkten in allen Mitgliedsgestüten und die Teilnahme an verschiedenen Events.
Hintergrund:
Die Vereinigung der Europäischen Staatsgestüte ging aus einem losen Zusammenschluss von Gestütsdirektoren mit jährlichen Treffen zum fachlichen Austausch hervor. Ihr Ziel ist die Erhaltung des kulturellen Erbes der europäischen Staatsgestüte. Sitz der ESSA ist das Haupt- und Landgestüt Marbach, die Geschäftsstelle wird von der Kulturmanagerin Alexandra Lotz geleitet. Die Marbacher Gestütsleiterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck gehört dem Vorstand der ESSA an, ihr Präsident ist Bernard Maurel (französische Gestütsverwaltung).
Kontakt:
European State Studs Association e.V.
c/o Haupt- und Landgestuet Marbach I D-72532 Gomadingen-Marbach
Tel. (07385)965717; Fax (07385)965738; Die ESSA im Internet: www.europeanstatestuds.com
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