Gegen Rollkur: Pferdegerecht abreiten - FN-Beurteilungskatalog für Richter vorgestellt


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rollendes Pferd
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CAVALLO gegen Rollkur
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Was ist pferdegerechtes Abreiten? Diese Frage haben Reit-Profis in einem Gremium der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) erörtert. Daraus entstanden ist ein Beurteilungskatalog für Richter, um auf Abreiteplätzen gezielt gegen aggressives Reiten vorgehen zu können.

 

CAVALLO gegen Rollkur
Foto: FN_press Die Fotos zeigen einen Auszug aus dem neuen Beurteilungskatalog der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat auf die Forderung reagiert, aggressives Reiten auf Abreiteplätzen abzumahnen. Anhand eines Beurteilungskataloges können Richter ab sofort auf ein Regelwerk verweisen, das nicht pferdegerechtes Reiten auf Abreiteplätzen definiert.

Wo hört pferdegerechtes Reiten auf, was ist grenzwertig und was ist nicht mehr pferdegerecht? Mit dieser Frage hat sich ein von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) berufenes Expertenboard aus Tierärzten, Trainern, Reitern, Richtern und Sportwissenschaftlern beschäftigt.

So erarbeitete das Expertengremium einen umfangreichen Kriterienkatalog, der nicht nur den Richtern auf dem Vorbereitungsplatz, sondern auch allen Reitern, Trainern und der Öffentlichkeit die Beurteilung von Reiter und Pferd leichter machen soll. Ein von der FN erstellter gut zehnminütiger Lehrfilm ergänzt die Theorie.

Am Mittwoch hatte die FN Medienvertreter nach Warendorf eingeladen und den Katalog präsentiert. Der Diskurs um aggressives Reiten bis hin zur Rollkuer hatte sich 2012 entzündet, als Dressurreiter Matthias Rath vorgeworfen wurde, bei seinem Hengst Totilas auf dem Abreiteplatz die Rollkur angewandt zu haben.

"Wir haben das Reglement nicht geändert, sondern mit diesem Katalog den Richtern Interpretationshilfen an die Hand gegeben, damit sie das Verhalten auf dem Abreiteplatz besser beurteilen können", sagte Dennis Peiler, Sportlicher Leiter bei der FN.

Der FN-Beurteilungskatalog unterteilt den Auftritt von Ross und Reiter in "pferdegerecht", "auffällig" und "nicht pferdegerecht". Bei auffälligem Reiten muss der Richter auf dem Abreiteplatz den Reiter ansprechen und bei Bedarf verwarnen.

Das "nicht pferdegerechte Reite" kann von einer Verwarnung (Gelbe Karte) bis hin zum Ausschluss (Rote Karte) führen. Die neuen Richtlinien sollen nicht nur in der Dressur, sondern in auch in den übrigen Reitsportdisziplinen Anwendung finden.

"Die Frage, ob pferdegerecht oder nicht pferdegerecht, lässt sich nur im Ausnahmefall anhand eines Kriteriums festmachen", betonte Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung Ausbildung.

Kaspareit gehörte dem Expertengremium an, das den Katalog für die FN erstellt hat. "Das Pferd muss als Ganzes, also Bewegungsablauf, Rückentätigkeit, Maultätigkeit, Augenausdruck, Schweifhaltung, Ohrenspiel, Atmung und schließlich Einwirkung des Reiters, betrachtet werden", so Kaspareit.

Der Lehrfilm und der Kriterienkatalog sind online zu sehen unter: Pferdegerechtes Reiten auf dem Abreiteplatz

27.03.2014
Autor: Redaktion CAVALLO
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