Gut Langfort: Landesreitschule in NRW entgeht Eklat - Zuschüsse müssen nicht erstattet werden

Foto: cavallo CAVALLO Bereiter
Das Gericht urteilte zugunsten der Landes-, Reit- und Fahrschule von Nordrhein-Westfalen auf Gut Langfort. Diese hätte fünf Millionen Euro Zuschüsse an das Land zurückzahlen müssen. Das hätte das Aus bedeutet.

Seit 2001 ist die Landes-, Reit- und Fahrschule von Nordrhein Westfalen auf Gut Langfort zuhause. Vor dem Umzug dorthin, waren Bauarbeiten notwendig. Allerdings wurden diese nicht wie üblich europaweit ausgeschrieben, sondern wie argumentiert aufgrund von Zeitdruck, freihändig vergeben.

Deshalb forderte das Land, das den Bau bezuschusste, eine Rückzahlung von fünf Millionen Euro. Der Pferdesportverband Rheinland (PSVR) legte Widerspruch ein. Ein Gericht gab dem statt. Die Reitschule und auch der PSVR scheinen somit gerettet.

Zwei Kuriositäten kamen bei der Gerichtsverhandlung zu Tage: Von der freihändigen Vergabe der Bauaufträge soll besonders ein Bauunternehmer profitiert haben, der seinerzeit im PSVR-Vorstand war. Er bekam fast die Hälfte aller Bauaufträge zur Erweiterung des Gut Langfort.

Außerdem war der damalige PSVR-Geschäftsführer Dr. Hanno Dohn zu dieser Zeit zugleich Beamter bei der Landwirtschaftskammer. Somit musste die Fragen geklärt werden, ob die Landwirtschaftskammer, die für die damaligen Zuschüsse zuständig war, wusste, dass es bei der Vergabe der Bauaufträge nicht mit rechten Dingen zuging?

Darum legte der PSVR Widerspruch aufgrund von Versäumnissen der Landwirtschaftskammer bei der damaligen Bewilligung der Zuschüsse ein. Der Vorsitzende Richter Norbert Klein wird das endgültige Urteil erst in zwei Wochen verkünden, allerdings deutete er an, dem Widerspruch stattzugeben.

06.09.2013
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 09/2013