Horse-Jogging: Neuer Trendsport für Reiter?

Uli Frey hat aus der Not eine Tugend gemacht und geht seitdem mit seinem Reitpony-Wallach Vogart zum Laufen. Im CAVALLO-Interview erklärt er, wie es dazu kam.

CAVALLO: Sie gehen nicht mit Hund joggen, sondern mit Pferd. Wie kam es dazu?

Frey: Vogart und ich laufen seit gut einem Jahr gemeinsam. Ich jogge sehr gerne. Als Vogart eine Sehnenverletzung auskurieren musste und wir in die Reha-Phase kamen, sollten wir ihn erst nur in Intervallen wieder mehr bewegen. Da fingen wir gemeinsam an zu laufen. Erst wenige Minuten dann mehr. Da er wieder gesund ist, laufen wir inzwischen rund 30 Minuten zusammen.

CAVALLO: Gibt es schon Nachahmer, die das Horse-Jogging für sich ausprobiert haben?

Frey: Die Leute finden die Idee gut, hier habe ich aber noch niemanden getroffen, der sein Pferd wie ich zum Joggen mitnimmt. Man muss sein Pferd auch gut kennen, bevor man sich mit ihm an der Hand das Laufen traut. Alles andere ist zu gefährlich.

 

CAVALLO Pferdefotos Horse-Jogging
Foto: Uli Frey

CAVALLO: Läuft Ihnen Ihr Pferd nicht manchmal davon?

Frey: Nein, wir passen uns im Tempo an. Wir haben eine ähnliche Schrittlänge und laufen daher fast synchron. Das klappt im Gleichschritt.

CAVALLO: Wie muss man sich Ihr Training vorstellen?

Frey: Wir starten mit einer Aufwärmphase von 10 bis 15 Minuten im Schritt. Dann beginnt die erste Trabsequenz. Wir laufen immer in Trab-Schritt-Trab-Phasen, dann wird Vogart auch nicht zu schnell. Er ist zwar schon 19 Jahre alt, aber topfit. Früher war er als Reitpony im Vielseitigkeitskader, der läuft gerne! Als wir die Trainingseinheiten öfters gemacht hatten, konnte man sehen und auch spüren, dass es Vogart ebenfalls Spaß macht und er sich auch darauf freut, wenn es wieder zum Laufen geht.

 

CAVALLO Pferdefotos Horse-Jogging
Foto: Uli Frey

CAVALLO: Worauf sollten Pferdebesitzer achten, die das Horse-Jogging ausprobieren wollen?

Frey: Ich nehme das Ganze natürlich nicht so ernst, das ist auch keine neue Trendsportart, sondern aus der Not heraus entstanden, dass Vogart seine Reha-Phase meistern musste.

Wer mal versuchen möchte, mit seinem Pferd zu laufen sollte folgendes beachten: Sicheres Schuhwerk, am besten auch lange Hosen tragen. Besser eine Trense fürs Pferd als ein Halfter - die Einwirkung muss klappen - Sie müssen Ihr Pferd im Zweifel stoppen können. Üben Sie das gemeinsame Laufen auf dem Platz oder der Halle und gehen Sie nur dann raus, wenn Sie Ihrem Pferd vertrauen und es unter Kontrolle haben. Die Grunderziehung am Boden muss es kennen.

CAVALLO: Wie können Sie Vogart stoppen oder bremsen?

Frey: Er reagiert auf ganz leichte Zügelhilfen und vorallem auf meine Stimme. Er kennt das Kommando "langsam" und nimmt das Tempo raus, wenn ich ihn bitte. Das geht gut. Natürich muss man auf Schreckmomente wie bei einem Geländeritt gefasst sein, wenn mal ein Hund um die Ecke oder ein Vogel aus dem Gebüsch kommt.

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06.10.2011
Autor: Redaktion CAVALLO
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