Interview zum Hessischem Waldgesetz: "Für die Reiter wird alles besser"

CAVALLO Schulpferde und Reitschulen
Foto: Rädlein
Ausreiten nach neuen Regeln? Das geplante hessische Waldgesetz verunsichert viele Reiter. Die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) gibt Entwarnung.

 

CAVALLO Waldgesetz Hessen
Foto: HMUELV Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU).

Eine Diskussion im CAVALLO-Forum zum Thema gibt es hier!

CAVALLO: Wie stark schränkt das neue Waldgesetz die Ausreitmöglichkeiten in Hessen ein?

Puttrich: Um es klar zu sagen: Mit der Neufassung des Hessischen Waldgesetzes wird sich die Reitsituation in Hessen nicht verschlechtern. Im Gegenteil: Das Reiten und Kutschfahren soll wie bisher auf den festen Waldwegen gestattet sein. Außerdem werden den Reitern die bestehenden Reitpfade zur Verfügung stehen. Deren Neuanlage wird sogar erleichtert, denn es wird hierfür keine forstbehördliche Genehmigung benötigt, sondern es reicht dann die Zustimmung des Waldbesitzers. Auch die gelbe Kennzeichnungsplakette, die in einigen Gemeinden und Kreisen bisher verlangt wird, entfällt künftig.

CAVALLO: Für Aufregung sorgen auch Passagen, nach denen Reiter nur noch feste Wege benutzen dürfen und sich bei Gruppenausritten anmelden müssen.

Puttrich: Unter festen Wegen sind nicht nur befestigte und geschotterte, sondern auch natur- und erdfeste Wege zu verstehen. Sie sollen Reitern und Fahrern ganzjährig zur Verfügung stehen, können bei starken Regenfällen aber so matschig sein, dass sie zeitweise nicht beritten oder befahren werden können. Selbstverständlich sind Gruppenausritte nach wie vor ohne Anmeldung möglich. Bei der Meldepflicht für Gruppen geht es um größere organisierte Veranstaltungen wie Orientierungsritte und Jagden. Solche Fragen sollen in der Verbändeanhörung geklärt werden.

CAVALLO: Warum orientiert sich Hessen nicht an den wesentlich großzügigeren Regelungen für Reiter wie in Bayern und Niedersachsen: Dort ist Reiten überall erlaubt, wo es nicht explizit verboten ist.

Puttrich: Die Regelungen des bisherigen hessischen Forstgesetzes haben sich im Hinblick auf das Angebot für Reiter und Kutschfahrer bewährt. Das neue Waldgesetz wird diesen guten Status für Reiter und Kutschfahrer nicht nur halten, sondern sogar noch verbessern.

CAVALLO: Warum legt Hessen überhaupt ein neues Waldgesetz auf?

Puttrich: Die Vorschriften über das Betreten des Waldes - einschließlich des Radfahrens - gelten im Wesentlichen seit den 1980er Jahren. Seitdem hat sich das Freizeitverhalten der Bevölkerung erheblich geändert, was den Wald neuen Beanspruchungen aussetzt. Mit den Änderungen des hessischen Forstgesetzes werden vor allem Überregulierungen abgeschafft. Das Gesetz hat beispielsweise zukünftig noch 33 statt bisher 62 Paragraphen. Inhaltlich wird bei den Betretensrechten der Bürgerinnen und Bürger das Angebot vor das Gebot gestellt.

Eine Diskussion im CAVALLO-Forum zum Thema gibt es hier!

Geländereiten: Artikel, Fotos, Videos

Fotostrecke: Wanderreiten: Mit dem Haflinger auf Norderney

13 Bilder
Foto: Anna-Lena Weigel
Foto: Anna-Lena Weigel
Foto: Anna-Lena Weigel

Fotostrecke: Fotostrecke: Die 20 besten Geländelektionen

14 Bilder
Ausreiten Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Geländelektionen Foto: Rädlein
Ausreiten Foto: Lisa Rädlein
20.08.2012
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 09/2012