Online-Protest: Petition gegen "Blut-Regel" der FEI

CAVALLO wandte sich im Editorial der August-Ausgabe 2011 gegen das FEI-Vorhaben Pferde, die aus dem Maul bluten, nicht sofort abzuklingeln. Jetzt gibt es dazu im Internet eine Online-Petition. Ihre Stimme zählt!

 

Maulhöhlenentzündung Symptome Pferdekrankheiten Medizin CAVALLO-Kompendium Therapie Prävention
Foto: Wolschendorf Der Blick ins Maul durch FEI-Tierärzte soll helfen.

Am Fall des Weltklasse-Dressurpferds Parzival von Adelinde Cornelissen entzündete sich die Diskussion: Gehört ein Pferd, das aus dem Maul blutet, für eine Dressurprüfung ins Viereck?

Bei der für November angesetzten FEI-Generalversammlung in Rio de Janeiro (11.–14. November 2011) wird deshalb eine für den Dressursport zweifellos folgenreiche Entscheidung getroffen. Dort sollen neue Regeln ins Leben gerufen werden, die diese Frage konkreter als bisher regeln.

Im Internet gibt es jetzt unter dem Link www.no-fei.com bis zum 11. November die Möglichkeit abzustimmen, um den Ausgang der FEI-Konferenz zu beeinflussen. Die Petition hat folgendes Ziel:

"Wir bitten die Delegierten der FEI-Generalversammlung die sogenannte - Blood Rule - abzulehnen. Ein blutendes Pferd muss in einer Dressurprüfung wie bisher abgeklingelt und disqualifiziert werden. Das Dressurreiten muss ein Sport sein, der durch Harmonie mit dem Partner Pferd geprägt ist. Ein blutendes Pferd darf keine Dressurprüfung bestreiten – ganz gleich wie - leicht - oder - schwer - die Verletzung ist. Dressurreiten ist kein - Blood Sport -, egal ob die Blutung zufällig oder durch das Training entstanden ist."

Hintergrund-Info:

Entzündet hatte sie sich die Diskussion am Ausschluss von Adelinde Cornelissen während der World Equestrian Games in Kentucky: Die Niederländerin war im Grand Prix abgeläutet worden, nachdem deutlich sichtbar Blut am Maul von Parzival zu sehen war. Der niederländische Dressur-Bundestrainer Sjef Janssen kritisierte die Entscheidung mit dem Argument, dass die FEI-Regeln einen Ausschluss in einem solchen Fall nicht zwingend vorschreiben. Die FEI-Bestimmungen sind in diesem Bereich nicht wirklich präzise: Dass ein Pferd mit Blut im Maul kategorisch zu disqualifizieren sei, wird so nicht gesagt.

Nach dem Rausschmiss von Adelinde Cornelissen in Kentucky ging der Internationale Dressurtrainer Club (IDTC) mit einem Votum an die Öffentlichkeit, das im Anschluss vom FEI-Dressurkomitee übernommen und an die nationalen Verbände kommuniziert wurde. Der Vorschlag lautet sinngemäß: Wenn auf internationalen Turnieren Blut im Maul von Pferden festgestellt wird, dann sollen diese am Abreiteplatz von FEI-Tierärzten untersucht werden. Die Pferde können die Prüfung fortsetzen, wenn die Blutung von kleinen Verletzungen stammt und zum Stillstand gebracht werden kann. Wenn die Blutung nicht gestillt werden kann, ist das Pferd zu disqualifizieren. Sollten keine FEI-Tierärzte anwesend sein, um das Pferd zu untersuchen, führt Blut im Pferdemaul zur Disqualifikation.

Fotostrecke: Sonografie: Ultraschall-Untersuchung am Pferd

10 Bilder
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
14.10.2011
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 08/2011