Pferdeerziehung: Kerstin Kremser und ihre Junghengste aus Portugal

CAVALLO Hengst-Fohlen aus Portugal
Foto: Rädlein
CAVALLO begleitet zwei wilde Hengst-Fohlen aus Portugal in ihr neues Leben in Bayern. Nach der Eingewöhnung wird es ernst - die Jährlinge machen Bekanntschaft mit der Fohlen-Erziehung.

Favorito und Indigo sind zwei Junghengste aus Portugal. Sie wuchsen in der Nähe von Lissabon ohne Menschenkontakt auf. Im Sommer 2013 wurden die beiden Jungpferde vor dem Schlachter gerettet. Weil es in Portugal keine Zukunft für sie gab, nahm sie die Münchener Ausbilderin Kerstin Kremser bei sich in Oberbayern auf. Hier beschreibt Kerstin Kremser, was sie mit den beiden jungen Hengsten erlebt.

Ausbilderin Kerstin Kremser über ihre Arbeit mit den Junghengsten Favorito und Indigo:

Inzwischen ist die Weidezeit vorbei und die Jungs leben für den Winter ausschließlich im Laufstall und dem großen angrenzenden Paddock.

Wie geplant habe ich begonnen, etwas mehr mit Favorito und Indigo zu arbeiten. Dabei geht es weiterhin schön vorwärts. Beide lassen sich gelassen aus der Herde holen und bleiben in den nächsten 30 bis 45 Minuten alleine ganz entspannt.

Danach merkt man, dass sie zurück in die Herde wollen, was für so junge Pferde noch ganz normal ist. Favorito lässt sich immer besser führen, putzen und berühren. Und er gibt inzwischen alle vier Hufe, so dass auch er bald seinen ersten Hufpflegetermin haben wird. Ansonsten ist er immer noch sehr zurückhaltend und sanft.

Indigo hat sich dagegen zum halbstarken Frechdachs entwickelt. Er testet bei jeder Gelegenheit seine Grenzen, indem er den Menschen anrempelt oder zwickt. Deshalb mache ich mit Indigo inzwischen erstes Führtraining am Seil. Das tut ihm sehr gut, nach ein paar Minuten Arbeit wird er viel ruhiger und ist nicht mehr so aufgedreht.

Auch mein dritter Portugal-Schützling hat sich gut eingelebt. Pony-Wallach Mailo kam ja im November letzten Jahres zu mir nach München in die Reitschule. In den ersten Tagen merkte man, wie schwierig der Umzug für ihn war. Er zog sich ganz zurück und war Menschen gegenüber sehr aggressiv.

Aber schon nach gut einer Woche wurde er freundlicher. Und seitdem ist er tatsächlich angekommen und bereit für Neues. Die Longenarbeit hat er begeistert angenommen und war engagiert bei der Sache.

Jetzt fehlt nur noch ein passender Sattel und seinem Karriere-Start als Birkenhof-Pony steht nichts mehr im Wege. Dass das so schnell gehen würde, hatte ich nicht erwartet. Umso gespannter bin ich nun, wie er sich weiter entwickeln wird.

13.01.2014
Autor: Redaktion CAVALLO / Kerstin Kremser
© CAVALLO
Ausgabe 1 / 2014 /2014