So funktioniert ein MRT - Kernspin-Untersuchung beim Pferd

Medizinische Bilder vom Pferdekörper

CAVALLO Pferdemedizin MRT
Foto: Wengenroth
So funktioniert ein MRT für Pferde: Ein einzigartiges Kernspin-Gerät in der Pferdeklinik Aschheim/Bayern zerlegt Pferdebeine, Köpfe, Hälse und komplette Fohlen in feinste Schnittbilder – und sorgt so für klare Diagnosen.

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CAVALLO Medizin MRT Kernspin beim Pferd
Foto: Raoul Schuschkleb Der Durchblick ist einmalig: Dank offener, drehbarer Röhre mit großem Durchmesser (ca. 80 Zentimeter) sehen Tierärzte der Pferdeklinik Aschheim glasklar in bisher verborgene Bereiche des Pferds wie Knie, Schulter und Hals. Das MRTGerät der Firma Esaote wurde speziell für die bayerische Klinik entwickelt. Ein zweites Modell gibt‘s derzeit nur in Boston/USA.

Das Pferdeknie wird in etwa 75 Minuten in seine Einzelteile zerlegt. Bei jedem Klopfgeräusch der Röhre entstehen dreidimensionale Schnittbilder von Knochen, Knorpel, Bändern, Sehnen und Meniskus. Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT oder Kernspin, macht das Innere des Pferds besser sichtbar als jedes andere bildgebende Verfahren. Mit einem europaweit einzigartigen Gerät arbeiten jetzt die Tierärzte der Pferdeklinik Aschheim/Bayern.

Der Clou ist die offene, drehbare Röhre, die neue Einblicke ins Pferd ermöglicht. „Bei geschlossenen Röhren kann man zum Beispiel das Knie nicht so frei lagern, weil das Pferd mit dem Körper gegen das Gerät stößt“, sagt Dr. Martin Waselau von der Pferdeklinik. „Die MRT-Untersuchung am stehenden Pferd beschränkt sich eher auf die distalen Gliedmaßen wie die Zehen.“

Für die mehr als einstündige Untersuchung wird das Pferd in Narkose gelegt. „Wie in der Humanmedizin muss der Patient absolut still liegen, sonst bekommen wir keine ordentlichen Bilder“, erklärt Waselau. Das Pferd liegt auf einem gepolsterten Tisch, der an die Röhre geschoben wird.

Die gesamte Ausstattung im Untersuchungsraum inklusive Anästhesie-Equipment ist antistatisch, um die Aufnahmen nicht zu stören. Ein Anästhesist überwacht den Patienten am Untersuchungstisch, ein weiterer Tierarzt sitzt außerhalb des Spezialraums am Computer, der die Schnittbilder mit verschiedenen Sequenzen errechnet. Die Untersuchung ist nach derzeitigem Wissensstand harmlos: Sie kommt ohne belastende Strahlen aus. Die Kosten entsprechen mit rund 1200 Euro etwa denen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie).

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Video: Dr. Anja Schütte erklärt wie ein MRT für Pferde funktioniert

Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT oder Kernspin, macht das Innere des Pferds besser sichtbar als jedes andere bildgebende Verfahren. Mit einem europaweit einzigartigen Gerät arbeiten jetzt die Tierärzte der Pferdeklinik Aschheim/Bayern. Im Video erklärt Dr. Anja Schütte, was mit dem MRT am Pferd untersucht werden kann.





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28.01.2016
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe Mai 2013/2013