So funktioniert ein MRT - Kernspin-Untersuchung beim Pferd

MRT-Befund: Headshaker hatte Zahnweh

So funktioniert ein MRT für Pferde: Ein einzigartiges Kernspin-Gerät in der Pferdeklinik Aschheim/Bayern zerlegt Pferdebeine, Köpfe, Hälse und komplette Fohlen in feinste Schnittbilder – und sorgt damit für klare Diagnosen.

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CAVALLO Medizin MRT Kernspin beim Pferd
Foto: Pferdeklinik Aschheim A: Massives Knochenödem am Röhrbein
der Vorderhand. - B: Knochenzyste (oberer Pfeil) im Knie und massiver Meniskusschaden. - C: Erweiterung und Stauung im Gehirn.

Die meisten Pferde kommen zur Lahmheitsdiagnostik in die Röhre. „Für die Diagnose von Kniegelenkskrankheiten ist das der Durchbruch“, sagt Waselau. „Das komplexe Gelenk lässt sich inklusive aller Weichteile darstellen, was bisher unmöglich war.“ Selbst der direkte Blick ins Knie bei einer Arthroskopie ist weniger erhellend, weil der Chirurg dabei nie das ganze Gelenk sehen kann.

„Die Untersuchung ist zudem bei Pferden wichtig, die länger als vier Monate lahmen oder unter wiederkehrenden oder therapieresistenten Lahmheiten leiden“, meint Waselau. „So wurde der Verdacht auf eine Insertions-Desmopathie am Fesselträgerursprung, also eine Entzündung der Anheftung des Fesselträgers am Knochen, im MRT oft als Knochenzyste oder schmerzhaftes Überbein entlarvt.“

Im Kernspin kommen die Tierärzte auch vielen alltäglichen, aber kniffligen Problemen auf die Spur wie anhaltender klammer Gang, vermehrtes Stolpern oder Zügel-Lahmheit. Waselau: „Je nach Ursache kann das Pferd direkt nach der Untersuchung operiert werden, oder man weiß, dass eine OP nichts bringt.“ Dem chronisch lahmenden Pferd mit Knochenödem (Foto A) konnten die Veterinäre durch einen Eingri™ helfen; das Sportpferd mit massivem Knieschaden (Foto B), das jahrelang erfolglos mit Gelenkinjektionen behandelt worden war, nahm der Besitzer nach der Diagnose aus dem Training.

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Der Headshaker litt zwei Jahre unter Zahnweh

Mit Schnittbildern vom Kopf untersucht der Tierarzt die Augen oder das Gehirn, wo sich Auslöser neurologischer Störungen verbergen können (Foto C). Bei Zahnpatienten oder Pferden mit Nasennebenhöhlenproblemen sind alle Knochen-, Weichteil- und Zahnstrukturen sowie die Auskleidung der Nasennebenhöhlen zu erkennen.

In der Röhre endet damit mancher Leidensweg von Pferden, wie der eines Headshakers: Eine Zahnwurzelzyste am Backenzahn löste das Kopfschütteln aus, unter dem das Pferd seit zwei Jahren litt. Die Darstellung der Halswirbelsäule ermöglicht eine bessere Diagnostik unter anderem bei ataktischen Pferden (Wobblern) oder Nackenbandfisteln – bevor der Chirurg zum Skalpell greift. Waselau: „Die operativen Zugänge sind besser planbar, die Prognose besser bestimmbar.“ Der Röhre sei dank.

Kontakt zur Pferdeklinik: Tel. 089-9043043 Email: office@pferdeklinik-aschheim.de

Video: Dr. Anja Schütte erklärt wie ein MRT für Pferde funktioniert

Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT oder Kernspin, macht das Innere des Pferds besser sichtbar als jedes andere bildgebende Verfahren. Mit einem europaweit einzigartigen Gerät arbeiten jetzt die Tierärzte der Pferdeklinik Aschheim/Bayern. Im Video erklärt Dr. Anja Schütte, was mit dem MRT am Pferd untersucht werden kann.





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09.06.2013
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe Mai 2013/2013