Medikation von El Santo - Verfahren gegen Dressurreiterin Isabell Werth eingestellt

Das Große Sportgericht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung hat das Verfahren gegen Dressurreiterin Isabell Werth wegen verbotener Medikation des Pferdes El Santo eingestellt. Das Vergehen wurde als "leichter" Verstoß gewertet.

Die verbotene Medikation des Wallachs El Santo von Isabell Werth wurde vom Großen Sportgericht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung nur als "leichter Verstoß" gewertet. Die 6-monatige Sperre gegen die 44-Jährige wurde aufgehoben und das Verfahren eingestellt.

Das Große Sportgericht begründet seine Entscheidung mit Paragraph 927a der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO), wonach das Sportgericht ein Verfahren „bei leichteren Verstößen“ mit Zustimmung des Beschuldigten einstellen kann.

Für diesen legte das Sportgericht zugrunde, dass die im Urin des Pferdes El Santo nachgewiesene Menge des Medikaments Cimetidin nach einem weiteren eingeholten Sachverständigengutachten keine medikamentöse Wirkung gehabt habe. Zudem sei der Einsatz von Cimetidin im internationalen Turniersport erlaubt.

Das Große Sportgericht teilt damit die Auffassung der Disziplinarkommission in erster Instanz, dass überhaupt ein Verstoß gegen die Anti-Doping und Medikamenten-Kontrollregeln (ADMR) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung vorlegen hatte, stufte diesen aber als leichteren Verstoß ein. Isabell Werth muss die Kosten des Verfahrens tragen und eine Geldbuße in Höhe von 2000 Euro an das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten zahlen.

Hintergrund zum Fall:

Durch den Ausgang des Verfahrens findet auch eine juristische Auseinandersetzung zwischen Werth und der FN ein Ende. Die Dressurreiterin hatte im Februar 2014 vor dem Landgericht Münster eine einstweilige Verfügung gegen FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach erreicht. Diese wurde jedoch einen Monat später wieder aufgehoben. Isabell Werth wollte Lauterbach zur Unterlassung einer Aussage zwingen, die der FN-Funktionär im Bezug auf das Gutachten zur verbotenen Medikation gemacht hatte.

Isabell Werth hatte als Grund für die positive Dopingprobe von El Santo eine Kontamination des Tränkesystems in ihrem Stall angegeben. Dies hatte sowohl ein Sachverständiger als auch ein von der FN bestellter Prüfer für möglich gehalten.

Die beim Wallach El Santo diagnostizierte Substanz Cimetidin wird bei Magengeschwüren verabreicht. Dies wird nicht als Doping gewertet, sondern als verbotene Medikation. Auf internationalen Turnieren ist das Mittel erlaubt, auf nationalen Turnieren ist es aber verboten. Wäre die Urinprobe bei einem internationalen Turnier genommen worden, wäre dies für die Dressurreiterin ohne Folge geblieben. Bei der Urteilsfindung wurde dies von der zweiten Instanz berücksichtigt.

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Reiten im Damensattel Foto: Stappenbeck
Reiten im Damensattel Foto: Stappenbeck
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CAVALLO Michel Henriquet Richard Hinrichs Foto: Rädlein
CAVALLO Michel Henriquet Richard Hinrichs Foto: Rädlein
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