Pferde-Genetik: Pferdepopulation lässt sich auf sechs Stammväter zurückführen

CAVALLO Kleinanzeigen
Foto: Dörge & Fischer GbR
Eine neue Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigt, dass die moderne Pferdepopulation auf nur sechs väterliche Abstammungslinien zurückzuführen ist.

Die Erkenntnis der Wissenschaftler um Barbara Wallner und Gottfried Brem, dass es für die heutige Pferdepopulation nur wenige Stammväter gibt, lässt sich aus Untersuchungen des Y-Chromosoms ableiten. Dieses kommt nur bei männlichen Tieren vor. 615 Hengste haben die Wissenschaftler an der Wiener Universität untersucht. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "PLoS One" publiziert.

Das Forscher-Team untersuchte die Abstammungslinien unterschiedlicher Pferderassen. Im Mittelpunkt stand die Frage nach der genetischen Varianz. Das über Stuten weitergereichte Erbgut ist vielfältig. Das allein über die Hengste verbreitete Y-Chromosom zeigt wenig Varianz. Kurz erklärt haben sich die männlichen Chromosomen nur in sechs Bereichen von Pferd zu Pferd unterschieden. Fazit: Alle Pferde haben gewissermaßen nur sechs genetische Stammväter. Diese Erkenntnis macht eine neue Dimension der hengstseitigen Ahnenforschung möglich.

Die Stammbaumforschung bei Pferden durch mütterliche Linien ist komplizierter als die der väterlichen. Zuchthengste besamen viele Stuten und haben viele Nachkommen. Die Wissenschaftler untersuchten deshalb zudem, wie heute lebenden Pferderassen über ihre Väter miteinander verwandt sind.

Dazu entnahmen sie bestimmte Regionen der Gene auf den Y-Chromosomen von 615 Hengsten aus 56 Pferderassen. Durch die Analyse der Varianten der Y-Chromosomen konnten die Forscher aus Wien sechs sogenannte Haplotypen, sprich Gen-Linien, festlegen. Daraus ergeben sich Schlussfolgerungen über die Verwandtschaftsgrade. Die Wissenschaftler durchforsteten anschließend Zuchtbücher und verglichen diese Daten mit den Gen-Studien.

Die Studie zeigt beispielsweise, dass sich einer der erkennbaren Haplotypen auf den englischen Vollbluthengst Eclipse zurückführen lässt. Dieser deckte im 18. Jahrhundert über 350 Stuten wodurch sich der "Eclipse-Haplotyp" auf fast alle englischen Vollblüter und einen Teil der heutigen Warmblutpferdezucht übertrug. Eclipse gilt damit als Stammvater des englischen Vollbluts.

Video: Haupt- und Langestüt Marbach Hengst Dschehim Ox

Zur Darstellung des Videos benötigen Sie aktiviertes JavaScript sowie den Adobe Flash-Player.

Video: Haupt- und Landgestüt Marbach

Video: Haupt- und Langestüt Marbach Hengst Que Guapo

Zur Darstellung des Videos benötigen Sie aktiviertes JavaScript sowie den Adobe Flash-Player.

Video: Haupt- und Landgestüt Marbach

Video: Haupt- und Langestüt Marbach Hengst Sir Nymphenburg

Zur Darstellung des Videos benötigen Sie aktiviertes JavaScript sowie den Adobe Flash-Player.

Video: Haupt- und Landgestüt Marbach
08.04.2013
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe April 2013/2013