Reitpferd-Hengste: Einheitliche Untersuchung vor Körung wird Pflicht

CAVALLO Moritzburger Hengsttage
Foto: Privatarchiv
Einheitliche Vorgaben: Für die Körung von Reitpferd-Hengsten wurden die Anforderungen an die veterinärmedizinischen Körungsuntersuchungen überarbeitet. Diese sollen jetzt umgesetzt werden.

Das Ergebnis der Arbeitsgruppe sind einheitliche Vorgaben, die von den meisten Zuchtverbänden bereits bei den nächsten Körungen umgesetzt werden sollen.

Ziel der Arbeitsgruppe, bestehend aus Verbandstierärzten, Zuchtleitern, Verkaufsleitern und Hengsthaltern, war die „Harmonisierung der veterinärmedizinischen Körungsuntersuchungen“ einschließlich der Erarbeitung standardisierter klinischer Untersuchungen für Hengste vor der Körung.

„Der Umfang der Untersuchung sowie die Bewertung der Ergebnisse wurden angeglichen, so dass die Aussteller der Hengste nahezu gleiche Beurteilungen bei den Verbänden vorfinden werden. Dies wird durch ein einheitliches Untersuchungsprotokoll und gleiche Röntgenanforderungen gewährleistet. Eine Anerkennung der Hengste bei verschiedenen deutschen Zuchtverbänden wird dadurch ebenfalls deutlich vereinfacht“, erklärt Tierarzt Dr. Alexander Merz, Mitglied der Arbeitsgruppe.

Konkretes Ergebnis der Arbeitsgruppe ist unter anderem ein einheitliches Formular, mit dem der Eigentümer im Vorfeld der Körung über bei dem jeweiligen Hengst durchgeführte Arthroskopien oder Operationen per Unterschrift informieren und gleichzeitig bestätigen muss, dass der Hengst auch keine Mängel wie Weben oder Koppen zeigt.

Ab sofort wird es darüber hinaus ein zuchtverbandsübergreifend, einheitliches Protokoll über die klinische Untersuchung der Hengste nach der Vorauswahl zur Körung geben, das von den zugelassenen Körtierärzten auszufüllen ist. Dadurch ist genau festgelegt, was im Rahmen der veterinärmedizinischen Köruntersuchung erfasst und untersucht werden muss.

Bislang gab es dafür Empfehlungen, die von der FN mit den Mitgliedszuchtverbänden erarbeitet, von diesen aber nicht einheitlich umgesetzt wurden. Neben der Vereinheitlichung der klinischen Untersuchungen wollen die Reitpferdezuchtverbände nun auch einheitliche Anforderungen an die Röntgenuntersuchung der zur Körung vorgesehenen Hengste stellen. Ein Merkblatt gibt klare Hinweise für den Tierarzt, wie und wie viele Röntgenaufnahmen für die Körung anzufertigen sind.

Der überwiegende Teil der Reitpferde betreuenden Zuchtverbände will die Vorgaben nun direkt umsetzen. Die Araber-Zuchtverbände sind noch in der Phase der verbandsinternen Prüfung. Interessierte Hengsthalter und Züchter sollen sich an ihren jeweiligen Zuchtverband und den zuständigen Tierarzt der Körung wenden, um die entsprechenden Dokumente und Unterlagen zu erhalten. Ziel ist es, dass auf dieser Grundlage der einheitlichen veterinärmedizinischen Körungsuntersuchungen dann im nächsten Schritt gleiche Zulassungskriterien für die Körungen aller Verbände geschaffen werden.

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CAVALLO Foto: Joachim Lenk
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12.10.2012
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 10/2012