Restaurant-Tester Christian Rach testet Reiterstüble in Sindelfingen

CAVALLO Reiterstüble
Foto: RTL
Christian Rach, Kopf der Sendung „Rach, der Restaurant-Tester“, nahm das Reiterstüble in Sindelfingen unter die Lupe. „Ein sehr schwerer Fall“, sagt der Profi. Mit geringen Personal- und Produktionskosten wurde dort versucht, gut bürgerliches Essen anzubieten. Doch wie so oft ging die Rechnung für den Wirt nicht auf. Auf www.cavallo.de erklärt Rach, was dem Reiterstüble hilft.

CAVALLO: Wie schwierig war der Fall Reiterstüble Sindelfingen im Vergleich zu anderen Härtefällen?
RACH: Das Reiterstüble in Sindelfingen war ein sehr schwerer Fall. Berater legten dem Inhaber Jens Reinheimer nahe, das qualifizierte Küchenpersonal zu entlassen, um Kosten zu sparen. Was zur Folge hatte, dass natürlich der nicht gelernte Koch Jens Reinheimer selbst in der Küche stehen musste und nicht mehr in der Lage war Qualität zu bieten. Mir war schnell klar: Wenn wir keinen Koch finden, der gutbürgerliches dem Ambiente angepasstes Essen zaubert, das Reiterstüble in Sindelfingen keine Chance hat.

CAVALLO: Sind Vereinsgastronomien wie das Reiterstüble nicht eigentlich Selbstläufer, oder gibt es da besondere Schwierigkeiten?
RACH: Vereinsgastronomie - ob Reiterstüble, Tennisheime oder Fußballheime, sind mit das schwierigste, was man sich gastronomisch vorstellen kann. Oft übernehmen Vereinsführungen und Mitglieder das Regiment, sie glauben durch die Mitgliedschaft im Verein genügend dafür zu leisten, um bestimmen zu können, was der dort ansässige Gastronom zu tun und zu lassen hat. Das heißt auch, wie die Preisgestaltung und wie die inhaltliche Gestaltung aussieht.

Eine Preiserhöhung durchzusetzen, täglich marktübliche Geschehnisse betriebswirtschaftlich anzugleichen ohne den Verein gegen sich auf zu bringen. Das heißt also, man muss mit einem Verein so verwurzelt sein und man muss es trotzdem schaffen das Restaurant in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dieser Spagat gelingt sehr selten. Auch öffentliche Gäste die nicht Vereinsmitglieder sind machen in der Regel einen großen Bogen um die Vereinsgastronomie, weil ihnen immer der Ruf der Cliquenwirtschaft anhaftet.

Oft haben die Vereinsmitglieder das Gefühl, dass das Restaurant permanent geöffnet sein muß und zwar erst recht zu den Uhrzeiten, in dem sie selber im Verein tätig sind. Das heißt eine Schließung am Wochenende oder zwei Tage, wie vom Gesetzgeber vorgeschriebene Erholungspause, ist kaum durchzusetzen. Man darf auch nicht verkennen das der Aufenthalt vieler Personen im Vereinslokal, noch kein Garant für getätigten Umsatz ist. In der Regel wird nur sehr minimal verzerrt. Ein Konzept eines Vereinslokales, ich betone noch einmal das gilt generell ob Golf, Tennis, Fußball, Reitertun, Musikverein muß immer ein öffentliches Konzept sein ,in dem sich auch Leute aus dem nicht direkten Umfeld wohlfühlen.

CAVALLO: Wenn man Ihre Sendungen sieht, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die meisten Gastronomen gar nicht wissen, was sie da tun. Ist es nach Ihrer Einschätzung wirklich so schlimm? Und warum gibt es so viele unfähige Restaurantbetreiber?
RACH: In Deutschland können wir generell gut Essen. Die Küchen sind sauber und es wird im Vergleich zu vor 30 Jahren sehr innovative und hochwertig gekocht. Leider ist der deutsche Gast oft nicht bereit gutes Geld für gute Produktqualität zu zahlen, man hat das Gefühl das es im Supermarkt doch günstiger ist. Das ein selbständiger Gastronom, das Geld eigentlich nur mit der Schubkarre nach Hause fährt. Ich kann nur immer wieder betonen, es gibt kein Komplexeres Arbeitsgebiet und Feld, als die Gastronomie. Die unendlich langen Arbeitszeiten, der permanent finanzielle Druck, die Abhängigkeit von Wetter und Stimmungen und Schwankungen. Das sind extreme Herausforderungen. Zweifels ohne, gilt bei vielen noch immer der Spruch, „Der nichts wird, wird Wirt“. Da leider nicht mit offenen Augen gesehen wird, wie komplex die Aufgabenstellung doch ist.

CAVALLO: Die Frage nach Ihrem Lieblingsessen erspare ich Ihnen. Aber gibt es etwas, das immer und überall ankommt?
RACH: Deutschland einig Schnitzelland. Ein gutes Schnitzel läuft immer und überall. Dagegen ist auch nichts zu sagen, wenn es denn wirklich frisch gemacht wird und aus einer besten Produktqualität auf den Teller kommt. Ich liebe ein gutes Schnitzel mit guten Bratkartoffeln, Kartoffelsalat oder was auch immer. Aber es muß al´a minute gebacken sein, es muß aus besten Fleisch sein und das ist leider für 5,50 € nicht produzierbar.

Reiterstüble Sindelfingen - Kontakt:
Country Kitchen: Das Reiterstüble Sindelfingen

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Reitanlage Reitschule Pferdehof Reiterhöfe Pfalz Foto: Miriam Kreutzer
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Reitschule Reitschultest reiten lernen Kiel Foto: Miriam Kreutzer
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21.02.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/John Patrick Mikisch
© CAVALLO
Ausgabe 03/2012