Sauberer Pferdesport - Neue Maßnahmen der FN

Das Präsidium der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) hat während seiner Sitzung in Warendorf zwölf Maßnahmen zum Thema Doping verabschiedet.

 

CAVALLO Isabell Werth
Foto: Frank Boldt Dressurreiterin Isabell Werth sitzt derzeit eine Dopingsperre von sechs Monaten ab.

Doping im Spitzensport - wie wird der Reitsport wieder sauber? Diskutieren Sie!

Zu den wichtigsten Maßnahmen des Präsidiums zählt die Einführung von Trainingskontrollen, für die der Verband zusätzlich rund 170.000 Euro jährlich veranschlagt hat. „Wir hoffen, dass uns die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) bei der Umsetzung helfen wird. Fest steht aber, dass es ab kommendem Jahr Trainingskontrollen für Pferde in Deutschland geben wird. Damit sind wir international Vorreiter“, so der FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau. Zusätzlich wird die Zahl der Wettkampfkontrollen erhöht und das Kontrollsystem mit Hilfe von geschulten Kontrollteams verbessert.

Die Maßnahmen des Präsidiums auf einen Blick

• Einführung eines Anti-Doping-Codes-Pferd basierend auf dem NADA-Rechtssystem
• Verschärfung des Strafrahmens bei Dopingverstößen
• Verschärfung der Kader- und Championatsbestimmungen
• Einführung einer Schiedsvereinbarung für Spitzenreiter
• Unterwerfung der Tierärzte unter Regelwerk und Rechtssystem
• Automatische Sperre von Pferden bei Dopingverstößen
• Einführung von Trainingskontrollen für Kaderpferde
• Einführung eines Stallbuches für Kaderpferde
• Verbesserung nationaler Wettkampfkontrollen durch Schaffung von Kontrollteams
• Erhöhung der Zahl nationaler Wettkampfkontrollen
• Ausbau des Schulungsprogramms zur Dopingprävention
• Änderung der Zuständigkeit bei Kaderausschluss aus

Verschärfung des Regelwerks

Die Einführung von Trainingskontrollen und Verbesserung von Wettkampfkontrollen sind aber nur einige Maßnahmen eines umfangreichen Pakets, zu denen auch die Unterwerfung der Tierärzte unter das Regelwerk zählt. Ziel ist, Tierärzte bei mitverschuldeten Regelverstößen einerseits durch den Verband und andererseits durch die Bundestierärztekammer sanktionieren zu können.

Darüber hinaus soll der Strafrahmen bei einem Dopingverstoß erhöht werden. Sieht das Regelwerk bei Doping derzeit eine Regelsperre von sechs Monaten vor, soll diese zukünftig grundsätzlich zwei Jahre betragen.

Spitzenreiter unterliegen neben der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) auch verschärften Kadervereinbarungen und Championatsregeln. Das bedeutet, dass Verstöße gegen die getroffenen Vereinbarungen und Regeln Geldbußen in Höhe von bis zu 25.000 Euro und Sperren von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen können.

Kaderathleten müssen sich zukünftig durch Schiedsvereinbarungen der Sport-Schiedsgerichtsbarkeit unterwerfen und dadurch auf die Einschaltung ordentlicher Gerichte verzichten. Ferner sollen zukünftig auch Pferde im Falle eines Dopingvergehens automatisch zwei Monate gesperrt werden.

Angelehnt ist dieser an das Rechtssystem der NADA.

10.09.2009
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO