Tierquälerei: Gericht untersagt Pony-Tätowierung

CAVALLO Pony
Foto: Rädlein
Ein Tier aus kosmetischen Gründen zu tätowieren ist Tierquälerei. Das hat das Oberverwaltungsgericht in Münster entschieden. Der Rechtsstreit: Ein Ponyhalter und Tattoo-Freund aus dem nordrhein-westfälischen Lüdinghausen wollte seinem Vierbeiner eine „Rolling-Stones-Zunge“ auf den Oberschenkel tätowieren.

Ein Ponyhalter und Tattoo-Freund aus dem nordrhein-westfälischen Lüdinghausen wollte seinem Vierbeiner eine „Rolling-Stones-Zunge“ auf den Oberschenkel tätowieren.

Das Logo der englischen Rockband ist seit 1971 ein grellroter Mund, aus dem eine dicke, ebenso rote Zunge herausschlabbert. Um das Motiv auf seinem Pony zu verewigen, war der Lüdinghausener bereits tätig geworden. Er hatte das Tier nicht nur an der entsprechenden Stelle rasiert, sondern auch eine etwa 15 Zentimeter große Vorlage der Zunge in Form von schwarzen Linien vortätowiert. Damit wollte er sein Pferd individuell verschönern, hieß es. Zudem hatte der Ponyhalter bereits ein Gewerbe – einen „Tattooservice für Tiere“ angemeldet.

Damit hoffte er offensichtlich auf eine lukrative Einnahmequelle. Glück für die Tiere: In einem Eilverfahren zog der Landrat des Kreises Coesfeld gerade noch rechtzeitig die Notbremse und verhinderte das geschmacklose Gewerbe mit den Tier-Tattoos. Das Verwaltungsgericht Münster machte das Verbot mit seinem Beschluss rechtskräftig.

In der Begründung heißt es unter anderem: Die Tätowierung eines warmblütigen Wirbeltiers stellt einen Verstoß gegen § 1 Satz 2 des Tierschutzgesetzes dar. Diese Vorschrift verbietet es, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen zuzufügen. Auch, wenn Tätowierungen am Menschen in der Regel ohne Betäubung erfolgten, bedeute dies nicht, dass der mit derartigen Eingriffen in die Haut verbundene Schmerz bei einem Tier zu vernachlässigen sei, so das Gericht.

Außerdem könne sich ein Tier nicht gegen die Prozedur wehren oder den Sinn des schmerzhaften Tätowierungsprozesses begreifen. Das erklärte Motiv des Antragstellers, „sein Pferd individuell verschönern“ zu lassen, stelle keinen vernünftigen Grund für Schmerzen dar. Bleibt nur zu hoffen, dass der ausgebremste Tattoo-Freund es bei dieser fragwürdigen Idee belässt. CAVALLO verlieh an den jungen Mann die Mistgabel und hoffte, dass dieser künftig nur noch Menschen mit seiner Nadel piekst.

Hier lesen: CAVALLO Mistgabel an den Pony-Tätowierer aus Lüdinghausen

Doch der 27-jährige legte Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster ein, aber dieses entschied am 10. August 2012 gegen den Kläger: Tiere dürfen nicht tätowiert werden, soweit die Tätowierung nicht gesetzlich für Kennzeichnungszwecke zugelassen ist.

Das Argument, dass durch die Tätowierung das Tier gewissermaßen eindeutig identifizierbar gemacht würde, wies das Gericht ab. Das Tätowieren von Tieren sei mit dem geltenden Tierschutzrecht nicht vereinbar. Noch ist gegen die getroffene Entscheidung des Gerichts Beschwerde möglich.

Missbrauch von Pferden - CAVALLO Mistgabel für Übeltäter

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CAVALLO Arbeitspferde Polen Foto: Animals Angels
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Christine W. Tierquälerei Pferdeschänder Plön Oster Gejl Foto: Ole Caspersen
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Westernreiten Q8 Aachen Foto: Lisa Rädlein
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15.08.2012
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 09/2012