Donaudelta-Pferde: Interview mit Tierschutzverein "Vier Pfoten"

Hart umkämpftes Projekt: Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hat 22 rumänische Wildpferde aus dem Donaudelta in ihren natürlichen Lebensraum nahe Letea zurückgebracht. Die Pferde wurden im Mai illegal gefangen.

 

CAVALLO Wildpferde Rumänien
Foto: Mihai Vasile Wildpferde werden frei gelassen.

Die Rückführung der 22 Pferde nach Letea wurde auf dem Land- und Seeweg erreicht. Als die Tiere vom Schiff geführt wurden, erwartete sie dort eine Delegation um Ministerin Elena Udrea. Die Ministerin für regionale Entwicklung und Tourismus unterzeichnete vor Ort ein wichtiges Partnerabkommen mit "Vier Pfoten" und anderen Instanzen, das für die Sicherheit der wild lebenden Pferde sorgen wird.

Künftig gelten im Bezirk Letea verschiedene Schutzbestimmungen für die Tiere. Rumänien ist eines der wenigen Länder, das noch über in Freiheit lebende Herden verfügt. Die geretteten Tiere haben eine traumatische Zeit hinter sich, die über drei Monate andauerte – deswegen werden sie nun bis November in einem eingegrenzten Gebiet betreut. Auch Futter wird über den Winter zur Verfügung gestellt werden, um zu verhindern, dass die Pferde bei Nahrungsknappheit die Rinde von den Bäumen dieses Naturschutzgebietes anfressen.

Der Tierschutzverein "Vier Pfoten" will Hengste im Donaudelta kastrieren lassen. „Abschuss ist keine Lösung“, sagt Robert Hengl von „Vier Pfoten“ im Interview. Er rettet wilde Pferde in Rumänien.

CAVALLO: Im Donaudelta gefährden Pferde die Natur durch Überweiden, wie CAVALLO berichtete. Vier Pfoten brachte jetzt 41 Pferde dorthin zurück. Ist das sinnvoll?

 

CAVALLO Wildpferde Rumänien
Foto: Mihai Vasile Im Donaudelta können die Pferde ihrer natürlichen Lebensweise nachkommen.

HENGL: Natürlich! Die gehören da hin. Die Bewohner des Dorfs Letea fingen im Mai über 70 Pferde und wollten sie zum Schlachthof bringen. Als wir den Transport stoppten, hatten die Tiere mehr als eine Woche kaum Wasser und Futter bekommen. Diese Tortur überlebten nur 52 Pferde. Wir finden, dass das keine Lösung für das Überweidungsproblem im Donaudelta ist. Auch Abschießen nicht.

 

CAVALLO Wildpferde Rumänien
Foto: Mihai Vasile Aufgrund mangelnden Tierschutzes müssen Pferde in Rumänien oft leiden.

CAVALLO: Haben Sie eine Alternative?

HENGL: Wir wollen bis 2015 möglichst viele Hengste kastrieren und so die Population verringern. So etwas gab es noch nie.

CAVALLO: Und wenn es nicht klappt?

HENGL: Könnte man eine Geburtenkontrolle durch eine Art Pille für Pferde wie auf Assateague Island in den USA erwägen.

Alle Informationen zum Tierschutzverein "Vier Pfoten" finden Sie unter: www.vier-pfoten.org

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Fotostrecke: Das Leid der polnischen Arbeitspferde

12 Bilder
CAVALLO Arbeitspferde Polen Foto: Animals Angels
CAVALLO Arbeitspferde Polen Foto: Animals Angels
CAVALLO Arbeitspferde Polen Foto: Animals Angels
14.09.2011
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 10/2011