US-Polo-Verband führt Dopingkontrollen ein

Im vergangenen Jahr führte eine Selenvergiftung zum Tod von 21 Polo-Ponys in Palm Beach/Florida. Jetzt ordnete der US-Polo-Verband erstmals Dopingkontrollen an.

Diese Nachricht ging um die Welt: Im Palm Beach International Polo Club in Wellington im US-Bundesstaat Florida starben 2009 bei den 105. US Open Polo Championships 21 Polo-Ponys an einer Selenvergiftung. Die 21 Pferde des Lechuza Caracas Polo-Teams aus Venezuela schienen erst völlig desorientiert, kollabierten und verstarben noch am Spielfeldrand.

Die wohl versehentlich verabreichte Überdosis Selen hat den US-Poloverband dazu veranlasst, die Antidoping- und Medikationsregeln des US-Reiterverbandes (USET) zu übernehmen. Im Verlauf der Untersuchung der Todesfälle wurde klar, dass es kein gültiges Regelwerk zur Dopingkontrolle in den USA gab.

Infolge der letztjährigen Vorkommnisse hat sich der US-Poloverband entschlossen, die USET-Regeln zu übernehmen. Derzeit werden sie erstmals bei den laufenden US Open Polo Championships in Palm Beach angewendet.

Noch werden positive Befunde aber nicht geahndet. Besitzer und Polo-Spieler werden lediglich informiert. Ab 2011 drohen Geldstrafen, Disqualifikation sowie der Ausschluss aus dem US-Poloverband.

Bisher erlauben die USET-Antidopingregeln eine deutlich höhere Dosierungen Schmerz- und Entzündungshemmern als die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) oder die europäischen Verbände vorsehen.

Video: Palm Beach International Polo Club




Hintergrund: Selenverträglichkeit bei Pferden

Pferde können das Spurenelement Selen nicht bilden, sondern müssen es übers Futter aufnehmen. Sinnvoll sind etwa 0,15 Milligramm pro Kilo- gramm Trockenmasse (mg/kg). Mehr als 2 mg/kg Futter nennen Tierärzte bedenklich. 2 bis 3 mg Selenit oder Selenat/kg führen zu Vergiftungen. Frisst ein Pferd Natriumselenit, sind 3,3 mg/kg Körpermasse tödlich. Wird Selen gespritzt, sind bereits 0,8 bis 2 mg/kg Körpergewicht tödlich

08.04.2010
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO