Versicherung muss Prämie der Tierhalterhaftpflicht bei Tod des Pferds ausbezahlen

Recht für Reiter: Versicherungen, bei der Pferdebesitzer eine Tierhalterhaftpflicht abschließen, sind nach dem Tod eines Pferds zur Prämienrückerstattung verpflichtet.

Beim Verlust - wie dem Tod eines Pferds - müssen Tierhalterhaftpflicht-Versicherungen überzahlte Beitragsprämien rückerstatten. Eine solche Pflicht besteht, wenn das Pferd verstirbt, oder verkauft, oder verschenkt wird, weil das versicherte Risiko dann wegfällt.

Generell gilt: Bei Tierhalterhaftpflicht-Versicherungen werden Verträge oft mit einer Laufzeit von einem Jahr geschlossen. Wird der Vertrag nicht gekündet, läuft er automatisch um ein Jahr weiter, sofern dieser nicht fristgerecht gekündigt wurde.

Was passiert mit der Tierhalterhaftpflicht-Versicherung, wenn das Pferd verstirbt, verkauft oder verschenkt wird? Muss man sich an Kündigungsfristen halten? Besteht die Beitragspflicht fort?

Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung (AHB) lassen den Laien oft ratlos zurück. Hinsichtlich der Frage der Kündigung im Falle des Versterbens oder der Abgabe des Pferdes verhalten sich die Versicherungsbedingungen für den Laien häufig unverständlich.

In den Allgemeinen Haftpflichtbedingungen (ABB) heißt es zum Beispiel: „Wenn versicherte Risiken vollständig oder dauernd in Wegfall kommen, so erlischt die Versicherung bezüglich dieser Risiken“ Diese Formulierung bedeutet Folgendes: Durch eine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung wird ein Risiko versichert. Fällt das Risiko – das Pferd – weg, so kann der frühere Tierhalter die Tierhalterhaftpflicht-Versicherung wegen Wegfall des Risikos kündigen.

Der Vertrag wird nach Anzeige des Verkaufs oder Versterben des Tieres aufgehoben. Die Versicherung wird dabei rückwirkend zum Verkaufs- oder Sterbedatum aufgehoben. Soweit Beiträge im Voraus entrichtet wurden, werden diese von der Versicherung zurück erstattet.

Die Versicherungssumme ist im Falle des Todes oder der Abgabe des Pferds also nur anteilig für den Zeitraum, in dem das Tier lebte, bzw. noch nicht verkauft oder verschenkt war, zu entrichten. Selbstverständlich muss der Versicherung mitgeteilt werden, dass das Pferd tot ist bzw. abgegeben wurde. Ein Musterbrief dazu kann kostenfrei auf der Internetseite www.anwalt-leverkusen.de/service.html in der Rubrik "Musterschreiben " heruntergeladen werden.

(Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Anwaltskanzlei Lenné/Leverkusen)

12.09.2012
Autor: Redaktion CAVALLO
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Ausgabe 08/2012