Warendorf: Trauerfeier für Vielseitigkeitsreiter Benjamin Winter

CAVALLO Vielseitigkeit Europameisterschaft 2011
Foto: Anne Friesenborg
Mit einer Trauerfeier wurde dem jüngst verunglückten Benjamin Winter heute in Warendorf gedacht. Reiter und Verantwortliche aus dem Sport erwiesen dem beliebten und erfolgreichen Vielseitigkeitsreiter die letzte Ehre.

 

CAVALLO Vielseitigkeit Luhmühlen 2014 Benjamin Winter
Trauerfeier für Benjamin Winter in Warendorf.

Die große Springhalle am Bundesleistungszentrum Reiten am DOKR in Warendorf war der Ort, an dem sich Reiter, Freunde, Bekannte und im Sport Verantwortliche heute von Benjamin Winter verabschiedet haben. An "Ben" wie er im Kreis der Reiter genannt wurde, erinnerten Fotos von ihm und seinen Pferden und persönliche Gegenstände des Reiters, eingerahmt von Kränzen und festlichem Blumenschmuck.

Reiter und Kollegen aus der Bundeswehrsportschule hielten neben der Urne des verunglückten Benjamin Winter die Ehrenwache. Ein für den Verstorbenen komponiertes Lied und Videosequenzen, die seine reiterliche Laufbahn dokumentierten, feierten das Leben und die Erfolge des jungen Talents.

"Ben Winter hat mit seiner positiven Lebenseinstellung und seinem unglaublich fröhlichen Wesen tiefe Spuren in den Herzen der Menschen aus seinem gesamten Umfeld hinterlassen. Wir werden ihn niemals vergessen", sagte Breido Graf zu Rantzau. Der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) erinnerte in seiner Rede an den Nachwuchsreiter Benjamin Winter, der 2009 mit großen Zielen nach Warendorf gekommen war und dort Mitglied der Perspektivgruppe Vielseitigkeit wurde. "Er träumte vom Championat und davon, einmal bei Olympischen Spielen dabei zu sein. Seine Träume waren durchaus berechtigt und es gab viele, die ihm auf seinem Weg helfen wollten."

Dazu gehörte auch die Bundeswehr, der Benjamin Winter seit 2012 angehörte. Oberst Bernd Grygiel, Kommandeur der Bundeswehrsportschule Warendorf, bezeichnete Benjamin Winter als Vorbild, wenn es um die Leistungsbereitschaft im Wettkampf und die Liebe zu Pferden ging. „Benjamin Winter wusste um die Risiken seines Sportes und war daher besonders bemüht, seine Pferde, die er ritt, entsprechend zu trainieren“, so Grygiel.

„Er liebte seine Pferde so wie er sein Leben liebte“, betonte auch Chris Bartle. In seiner englischen Muttersprache sprach der Bundestrainer auch für die internationalen Trauergäste, beschrieb Ben, wie ihn alle in Erinnerung haben: den Reiter, den Tänzer, den Soldaten, den Sportler, der mal gewonnen und auch mal verloren hat, den Teamplayer, den Freund und Horseman.

Für die zahlreich erschienenen Reiter und Trainer, nicht nur aus der Sparte Vielseitigkeit, sondern auch aus der Dressur und dem Springsport, aber insbesondere für Winters Kaderkollegen sprach Mannschaftsolympiasieger Dirk Schrade: „Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich Ben das erste Mal im Training beobachtet habe. Schon damals war es nicht schwer zu erkennen, dass der Junge ein erstaunliches Talent für das Geländereiten hat. [..] Er besaß die natürliche Gabe eins zu sein mit dem Pferd.“

Mit viel Fleiß und mit Unterstützung seiner Familie habe er sich dann Jahr für Jahr weiterentwickelt. „Ohne Zweifel hätten wir mit ihm in Zukunft in dieser Reithalle beim Championatsball noch einige Erfolge gefeiert“, so Schrade.

Stattdessen hatte ein schwerer Unfall beim internationalen Vier-Sterne-Turnier in Luhmühlen dem Leben und der Karriere Benjamin Winters ein frühes Ende bereitet. Nach einer Glanzrunde mit seinem Pferd Wild Thing Z war der zweimalige Europameisterschaftsreiter mit seinem zweiten Pferd Ispo gestürzt und an den Folgen einer schweren Leberverletzung im Krankenhaus verstorben.

Fotostrecke: Marbach 2014: CIC-3-Sterne-Geländestrecke - Fotos

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Internationale Marbacher Vielseitigkeit 2014 Foto: Diana Maier
Internationale Marbacher Vielseitigkeit 2014 Foto: Diana Maier
Internationale Marbacher Vielseitigkeit 2014 Foto: Diana Maier