Verschärfte Doping-Kontrollen in Wiesbaden

Am kommenden Wochenende geht das Wiesbadener Pfingstturnier in die nächste Runde. Nach dem letztjährigen Doping-Eklat um Isabell Werth werden verschärfte Doping-Kontrollen umgesetzt.

Wiesbaden 2009: Das Nachwuchspferd Whisper der Olympiasiegerin Isabell Werth wurde positiv auf das Psychopharmakon "Flupenacine" getestet und seine Reiterin für ein halbes Jahr gesperrt.

Der Schock bei den Verantwortlichen des deutschen Reitsports saß tief. Werth machte aus der Dopingsperre eine Babypause und präsentierte im Frühjahr 2010 sowohl ihren Nachwuchs als auch Erfolge im Viereck nach ihrem Comeback.

Auch das Inkrafttreten der neuen Antidoping- und Medikamentenkontrollregeln zum 28. April 2010 nimmt die Veranstalter in Wiesbaden in diesem Jahr stärker in die Pflicht: Pferde dürfen nicht mehr in der Box behandelt werden, sondern nur noch in dafür vorgesehenen Bereichen. Auch auf dem Abreiteplatz werden Stewards die Einhaltung der neuen FEI-Regularien zur Hyperflexion/Rollkur verstärkt kontrollieren.

Kontrolle der Stallbücher

Zudem wird der deutsche Pferdesportverband (FN) ab diesem Sommer Trainingskontrollen vornehmen und sich dabei auch die Stallbücher zeigen lassen, die seine Kaderreiter seit dem vergangenen Jahr führen müssen.

Die Reiter sind verpflichtet, sich darüber zu informieren, welche Substanzen eingesetzt werden dürfen und welche nicht. Dafür haben sowohl die FN als auch die FEI Broschüren entwickelt und neue Homepages mit wichtigen Informationen ins Netz gestellt. Die FEI hat außerdem eine Suchmaschine entwickelt, die bei Eingabe einer Substanz anzeigt, wie sie wirkt, ob sie verboten ist und in welchen Medikamenten sie vorkommt.

Erste Erfolge durch die verschärften Kontrollen verbuchte die FEI beim ersten Turnier der Saison - dem Weltcupfinale der Springreiter in Genf. Dort wurde der in Sachen Doping ohnehin nicht unbekannte US-Amerikaner McLain Ward schon in Führung liegend disqualifiziert, nachdem bei seiner Stute Sapphire eine erhöhte Druckempfindlichkeit am Bein festgestellt worden war. Ein Einspruch des Reiters, der für die Kontrolle per Los ausgewählt worden war, war nicht möglich.

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17.05.2010
Autor: Redaktion CAVALLO
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