Arznei für Pferde: Wo kaufen Reiter gefahrenfrei ein?

Arzneikauf beim Tierarzt

Der Kauf von Arznei fürs Pferd ist ein heißes Eisen. Es lauern praktische, rechtliche und politische Gefahren, die Sie kennen sollten. CAVALLO klärt auf.

 

Erste Hilfe Pferd Stallapotheke
Foto: Hersteller Beim Tierarzt ist die Arznei oft günstiger.

Pferdebesitzer erhalten bei ihrem Veterinär in der Regel alle Medikamente, die das Tier braucht - von der Wurmkur über den Entzündungshemmer bis hin zum Antibiotikum. Möglich macht‘s das sogenannte Dispensierrecht. Es erlaubt dem Tierarzt, für von ihm behandelte Tiere Arzneimittel herzustellen, vom Hersteller oder Großhandel zu beziehen und an den Pferdehalter abzugeben. Das hat enorme Vorteile für Pferd und Reiter.

Entscheidender Pluspunkt: Im Notfall ist sofort die nötige Medizin aus der tierärztlichen Hausapotheke zur Hand. Man muss nicht erst mit einem Rezept zur nächsten Notfall-Apotheke hetzen, die das Mittel womöglich gar nicht vorrätig hat. Schlägt das verabreichte Präparat nicht an, ist zudem oft eine Alternative griffbereit im Kofferraum des Veterinärs. Günstig ist das Dispensierrecht auch in finanzieller Hinsicht: Bei Wurmkur oder Hustenpulver spart der Pferdehalter Rezeptgebühren, die in der Regel zwischen fünf und zehn Euro betragen.

Auch die Medikamente selbst sind beim Doc oft preiswerter als in der Apotheke: Wer nur Tabletten für eine zehntägige Therapie benötigt, muss keine Großpackung erwerben. Vom Tierarzt bekommt er gezielt die erforderliche Menge. Das schützt das Pferd gleichzeitig vor einer unter Umständen gefährlichen Selbstmedikation des Besitzers. Doch wie lange bleibt das so? Aktuell wird die Ausnahme vom Apotheken-Monopol politisch heiß diskutiert. Grund sind Skandale aus der Massentierhaltung von Geflügel und Schweinen, die mit Antibiotika vollgepumpt wurden. „Noch gibt es keinen Gesetzentwurf, das Dispensierrecht abzuschaffen, doch schon die Diskussion ist gefährlich“, sagt Heiko Färber, Geschäftsführer beim Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt). „Die Kette aus tierärztlicher Diagnose, Therapie und Kontrolle des Behandlungsverlaufs muss erhalten bleiben.“

Tipp: Schreiben Sie Ihrem Bundestagsabgeordneten, dass er sich fürs Dispensierrecht einsetzen soll!

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Pferde reiten Reitsport CAVALLO Foto: VetSuisse Zürich
Pferde reiten Reitsport CAVALLO Foto: Privat
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05.04.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe 04/2012