Die häufigsten Hauttumore bei Pferden sind oft sehr hartnäckig. Aber moderne Strahlentherapie oder eine spezielle Lichtbehandlung helfen effektiv.
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Symptome

Viele Pferde haben keine sichtbaren Symptome. Die Krankheit äußert sich zudem sehr unterschiedlich. Falls es zu sichtbaren Veränderungen kommt, bestehen diese im akuten Stadium, das bis zu neun Tagen dauert, meist in hohem Fieber bis 41 Grad Celsius, Apathie, Fressunlust, Nasenausfluss und tränenden, geröteten, lichtempfindlichen Augen. Die Bindehautentzündung kann so schwer sein, dass sich ein Ödem bildet und die Bindehaut (Konjunktiva) auf der Lederhaut (Sklera) Blasen wirft. Typisch sind Schwellungen (Ödeme) vor allem an Beinen und Geschlechtsteilen, seltener an Unterbauch oder Brust.

Die Haut an Kopf und Hals kann punktuell schwellen, was dem Ausschlag bei Nesselfieber (Urtikaria) ähnelt. Entzündete Schleimhäute in Kehlkopfbereich, Rachenraum und Bronchien können zu Husten führen. Bei Lungenödemen droht Atemnot (Dyspnoe). Zu Beginn können Verstopfungen auftreten, später neigen kranke Pferde eher zu Durchfall. „Auswirkungen auf den Verdauungstrakt sind aber selten“, sagt Professor Christine Aurich, Leiterin der EU-Besamungs- und Embryotransferstation an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Selten sind trippelnder Gang oder Hinterhandlähmungen; extrem selten Störungen des Zentralen Nervensystems mit dummkollerartigen Symptomen, Gesichtslähmungen und Penisvorfall.

Häufig kommt es zur Fehlgeburt oder Geburt lebensschwacher Fohlen. Die Abortrate reicht von unter zehn bis über 50 Prozent; viele Stuten haben vorher keine anderen Symptome. „In Europa sind Aborte eher selten, in Amerika häufiger; möglicherweise, weil andere Virusvarianten aktiv sind“, sagt Professor Christine Aurich. Hengste können noch einige Wochen nach der Infektion eine verminderte Fruchtbarkeit zeigen, weil durch die höhere Temperatur im entzündeten Hodengewebe Anzahl und Beweglichkeit der Spermien sinken. Nach Ablauf der akuten Infektion können sie das Virus für Monate bis Jahre mit dem Samen ausscheiden (Ausscheiderstatus).

Ursachen

Die Equine virale Arteritis (EVA, früher Pink Eye, Pferdestaupe oder Rotlaufseuche) ist eine Infektion mit dem Equinen Arteritis-Virus (Familie: Arteriviridae) und meldepflichtige Tierseuche. Obwohl bisher nur ein Serotyp identifiziert wurde (Bucyrus-Strang), dürfte es Varianten geben. „Das Virus ist sehr ansteckend und verbreitet sich leicht“, sagt Professor Christine Aurich. „Im europäischen Raum sind etwa 40 bis 50 Prozent der Pferde seropositiv, wurden also infiziert. Ausscheider des Virus’ sind dagegen keine zehn Prozent der Hengste.“

Im akuten Stadium können Viren direkt in Sekreten, Blut oder Urin nachgewiesen werden. Um Antikörper-Titer im Serum zu bestimmen, braucht man zwei Bluttests. „Wenn der erste Test negativ ist und beim zweiten nach 14 Tagen ein Titer von 1:250 festgestellt wird, weiß man, dass sich das Pferd akut infizierte. Ab einem Titer von 1:8 ist es seropositiv, hatte sich also mit dem Virus infiziert“, erklärt Aurich. Im Sperma lässt sich das Virus mittels PCR-Test oder auch Zellkultur nachweisen.

Erreger gelangen über die Atemwege in die Lunge oder werden durch Sperma (auch Gefriersamen) übertragen. Klinische Symptome können sich etwa zwei bis 14 Tage später zeigen. Infizierte Pferde scheiden das Virus knapp drei Wochen lang über alle Körperflüssigkeiten aus: Augen-, Nasensekret, Speichel, Vaginal- und Uterussekret, Urin. In der Infektionsphase könnte eine Stute beim Decken den Hengst infizieren. In der Praxis infizieren meist Virus-ausscheidende Hengste die von ihnen belegten Stuten.

19.11.2012
© CAVALLO