CAVALLO klärt auf - "Knochenbrecher" Tamme Hanken

Der Landwirt will „Nervenfühlen“

Derzeit sorgt "XXL-Ostfriese" Tamme Hanken in der NDR-Sendung "Unterwegs mit dem Knochenbrecher" für Quote. CAVALLO wollte wissen, wie er Pferde "einrenkt" und machte einen Besuch vor Ort.

Zum Tod von Tamme Hanken: Der "Knochenbrecher" lebt nicht mehr

Tamme Hanken ist kein ausgebildeter Chiropraktiker, Osteopath, Physiotherapeut oder Pferdetherapeut. Er ist Knochenbrecher. Dieser Begriff bezeichnet in Ostfriesland jene Heiler, die angeblich Blockaden und Verspannungen im Körper von Menschen und Tieren erfühlen und lösen können. Auch Tamme Hanken rühmt sich dieser Gabe des „Nervenfühlens“, die er von seinem Großvater geerbt haben will.

Zur Diskussion im CAVALLO-Forum - "Knochenbrecher" Tamme Hanken

Der 53-jährige gelernte Landwirt gründete in den 1990er-Jahren die „Pferde-Reha Filsum“ und ist seitdem hauptberuflich als Knochenbrecher tätig. Anfangs renkte er auch Menschen ein, heute behandelt er nur Tiere. Fast jeden Samstag ist bei ihm auf dem Hof im ostfriesischen Filsum in Niedersachsen „Kummertag“: Tierbesitzer können mit ihren Lieblingen kommen und sie behandeln lassen. Ohne Voranmeldung, je nach Andrang mit unbestimmter Wartezeit.

Einige Kunden kommen an diesem Tag aus den angrenzenden Landkreisen nach Filsum. Andere Tierbesitzer haben rund 500 Kilometer zurückgelegt – einfache Strecke. Unter der Woche reist Tamme Hanken quer durch Deutschland und behandelt auf Sammelterminen Pferde und Hunde.

Steckbrief: Vom Bauer zum Knochenbrecher

Tamme Hanken wurde am 16. Mai 1960 in Filsum (Niedersachsen) geboren. Nach der Schule schloss er eine landwirtschaftliche Lehre ab und arbeitete als Betriebshelfer auf einem Bauernhof. Wenig später schloss er sich einem Hufschmied an und arbeitete etwa acht Jahre lang mit ihm zusammen.

Danach führte er mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin eine Hühnerfarm. Nach ein paar Jahren sattelte Hanken erneut um und eröffnete eine Stutenmilchfarm, das „Gestüt Drachenfels“. Als die Produktion der Stutenmilch Hanken zufolge kein Geld mehr abwarf, widmete er sich hauptberuflich dem Handwerk des Knochenbrechers. Seit Ende der 1990er-Jahre betreibt er die „Pferde-Reha Filsum“.


29.03.2014
Autor: Barbara Forro
© CAVALLO
Ausgabe Juni 2013/2013