Die neue Stammzellen-Therapie für Pferde

Welche Patienten profitieren?

In nur einer Stunde wird aus ein paar Millilitern Körperfett eine wirksame Medizin für kranke Sehnen, Gelenke oder Augen. Und das Pferd muss nicht einmal unbedingt in die Klinik!

Welche Pferde profitieren von der Behandlung? Die „klassischen“ Patienten für jede Form der Stammzell-Therapie sind Pferde mit orthopädischen Krankheiten wie entzündeten Gelenken und Knorpeldefekten sowie Bänder- und Sehnenproblemen. Laut Orthopädie-Experten sprechen vor allem Sehnenpatienten mit Core-Läsionen, also Defekten im Sehnenzentrum, gut auf eine Stammzell-Behandlung an. Die Möglichkeiten sind damit offenbar längst nicht ausgereizt.

„Wir haben auch ein Pferd mit einer Strahlbein-Zyste und einen Rehepatienten mit ADSCs erfolgreich behandelt“, sagt Fuchs. Dem Pferd mit der Zyste injizierte der Tierarzt Stammzellen in den Hufrollen-Schleimbeutel. Bei dem Pferd mit chronischer Rehe wandten die Veterinäre eine Technik an, die sich intravenöse Stauungsinjektion nennt. Am sedierten Pferd wurde die Blutzufuhr der unteren Gliedmaße für 20 Minuten abgebunden und unterhalb der Stauung die Stammzellen injiziert. „Das war allerdings experimentell und ist keine Standardtherapie“, betont Fuchs. Pferde mit Hornhautgeschwüren oder schlecht heilenden Wunden können ebenso von einer Stammzellen-Behandlung profitieren. Allergien oder Herzerkrankungen gelten als weitere neue Einsatzbereiche.

An renommierten Pferdekliniken laufen aktuell drei Studien. An der Pferdeklinik Lüsche in Niedersachsen behandeln Tierärzte Pferde mit Fesselgelenksarthrose mit InGeneron ADSCs; die Wirkung wird getestet gegen Gelenksinjektionen mit Hyaluronsäure und Glukokortikoid. An der Pferdeklinik Burg Müggenhausen bei Köln werden Patienten mit Core-Läsionen der oberflächlichen Beugesehne behandelt; die zweite Patienten-Gruppe bekommt zum Vergleich Platelet Rich Plasma (PRP, ein körpereigenes Blutzellpräparat). Und an der bayerischen Pferdeklinik Aschheim geht’s um Kniepatienten mit Meniskusschäden, Bandproblemen oder Knorpelschäden. Sie bekommen entweder eine Kombi aus Stammzellen und PRP oder nur PRP. Die Behandlungsresultate am ansonsten kaum einsehbaren Kniegelenk können in Aschheim dank eines besonderen Magnetresonanztomografen klar dokumentiert werden.

Loading  

Fotostrecke: Sonografie: Ultraschall-Untersuchung am Pferd

10 Bilder
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners

Fotostrecke: Fotostrecke: Kinesio-Tapes für Pferde richtig einsetzen

10 Bilder
CAVALLO Kinesio Tape Pferd tapen Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Kinesio Tape Pferd tapen Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Kinesio Tape Pferd tapen Foto: Lisa Rädlein

18.10.2016
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe /2016