Die neue Stammzellen-Therapie für Pferde

Die Stammzellen-Lieferanten

Wo kommt die körpereigene Medizin bei Pferden her? Dies sind die Varianten im Überblick – sowie ihre Vor- und Nachteile.

Aus Knochenmark: Der Tierarzt entnimmt einige Milliliter Knochenmark aus Brustbein oder Hüfthöcker. Für die Punktion des Knochens reicht in der Regel die Sedierung des Pferds. Die im Knochenmark enthaltenen Stammzellen setzen Tierärzte in zwei Varianten ein. Die schnelle Lösung: Das Knochenmark wird zentrifugiert, dadurch konzentriert und dem Pferd direkt wieder injiziert – wahlweise in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Kosten: ca. 600 Euro.

Ein Substrat mit höher konzentrierten Stammzellen lässt sich nur im Speziallabor erzeugen: Dort werden die Stammzellen isoliert und vermehrt, was drei bis vier Wochen dauert. Anschließend wird die Stammzell-Suspension ins geschädigte Gewebe gespritzt, wo sich die Zellen ansiedeln und den körpereigenen Reparaturmechanismus in Gang setzen.

Kosten: etwa 1000 bis 1200 Euro. Experten halten dieses aufwändige Laborverfahren für deutlich effektiver als die Direkt-Injektion. Denn im Knochenmark gibt es ohne spezielle Anzucht nur recht wenige Stammzellen.

Aus Fettgewebe: Das Fett (enthält mehr Stammzellen als Knochenmark) entnimmt der Tierarzt am sedierten Pferd aus dem Kruppenbereich (bei sehr dünnen Pferden eventuell aus der Leistengegend). Ebenso wie bei Stammzellen aus Knochenmark gibt es nach der Entnahme zwei Varianten: Entweder werden die Stammzellen im Labor vermehrt (dauert ebenfalls drei bis vier Wochen) oder – wie beim beschriebenen InGeneron-Verfahren – vor Ort aufbereitet und direkt injiziert. Vorteil der zweiten Alternative: Der Tierarzt kann den Patienten sofort behandeln. Kosten: etwa 1200 Euro.

Aus Nabelschnurblut: Inzwischen gibt es auch in der Pferdemedizin die Möglichkeit, Stammzellen aus Nabelschnurblut von Fohlen zu gewinnen. CAVALLO berichtete in Heft 5/2015. Das an die Pferdeklinik Mühlen angegliederte und vom Land Niedersachsen anerkannte Zentrum für Zellkultur entnimmt das Blut von neugeborenen Fohlen aus der Reproduktionsabteilung der Klinik. Im Zentrum werden die Stammzellen aufbereitet, eingefroren und bei Bedarf an Kunden verschickt. Da die Stammzellen ständig verfügbar sind, entfallen lange Wartezeiten, was bei akuten Verletzungen von Vorteil ist. Kosten: rund 1000 Euro.

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CAVALLO Ultraschall Foto: Tierklinik Partners
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CAVALLO Kinesio Tape Pferd tapen Foto: Lisa Rädlein
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18.10.2016
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe /2016