Endometritis: Fruchtbarkeitsstörungen bei Stuten - Tupferprobe

Tupferprobe bei Stuten - aber wann?

Pferd Horse Fohlen Geburtstag feiern
Foto: Rädlein
Tipps für die Tupferprobe: Fruchtbarkeitsstörungen bei Stuten werden oft durch Keime ausgelöst. Diese können Entzündungen der Gebärmutter verursachen. Häufig finden sich die bakteriellen Erreger im Stall. Eine Gebärmutter-Tupferprobe weist die Keime nach.

Die Diagnose „Endometritis“ kann nur durch eine klinisch-gynäkologische Untersuchung durch den Tierarzt gestellt werden. Eine Gebärmutter-Tupferprobe ist wichtig, um die Diagnose zu bestätigen und beteiligte Krankheitserreger nachzuweisen. Diese Punkte sind wichtig für eine sichere Tupferprobe:

Welche Stuten müssen getupfert werden?

Die Untersuchung vor der Decksaison ist besonders dann angezeigt, wenn die Stuten in der Vergangenheit nicht normal gefohlt haben. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass auch Stuten, die bisher noch nie ein Fohlen hatten, Krankheitserreger in ihrer Gebärmutter haben können. Daher ist man auf der sicheren Seite, wenn man auf jeden Fall diese Tiere ebenfalls einer bakteriologischen Untersuchung mittels Tupferprobe unterzieht. Auch Stuten, die nach der Bedeckung „Umrossen“, sollten „getupfert“ werden, wie man diese Probenentnahme aus der Gebärmutter auch nennt. Oftmals kann mit dieser recht einfachen Maßnahme eine nicht sichtbare Infektion erkannt und schon frühzeitig wirksam bekämpft werden.

Stuten, die im vergangenen Jahr ein gesundes Fohlen zur Welt gebracht haben, müssen demgegenüber nicht unbedingt beprobt werden. Erfahrungsgemäß ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Tiere Krankheitserreger in der Gebärmutter haben, eher gering. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn diese Tiere vorher mit Wallachen in einer gemischten Herde zusammen gestanden haben. Denn manche Wallache „decken“ noch ihre Stuten und können somit auch zur Verbreitung von Krankheitserregern beitragen.

Wird allerdings bereits vom Besitzer trüber Genitalausfluss festgestellt oder traten bei der letzten Trächtigkeit Probleme, z. B. in der Nachgeburtsphase (sogenannte Puerperalstörungen) auf, gab es eine Fruchtresorption oder trat sogar eine Fehlgeburt auf, sollte auf jeden Fall die Tupferprobenuntersuchung durchgeführt werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wenn die Stute zur Decksaison „sauber“ sein soll, beginnt die optimale Phase der Überprüfung etwa vier Wochen vor der geplanten Umsetzung des Pferdes in die Deckherde bzw. vor der zur Besamung geplanten Rosse. Sollte die Stute nach einem positiven Tupferprobenergebnis behandlungswürdig sein, bleibt genügend Zeit, da anschließend der Erfolg der Behandlung mittels einer erneuten Tupferprobe bestätigt werden muss.

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06.02.2016
Autor: Dr. Michael Zschöck / Dr. Tobias Eisenberg
© CAVALLO