Erste Hilfe für Pferde: So können Reiter im Notfall helfen

Haut, Fell und mehr

Tierärzte geben Tipps: Welche Gesundheitsprobleme des Pferds dürfen Reiter selbst behandeln? Und welche Hausmittel sind riskant?

„Der Pferdebesitzer kann eine leichte Nesselsucht, Insektenstiche, leichte Mauke und Schweifscheuern zunächst selbst behandeln“, sagt Dr. Kirsten Schwenzer, Leiterin der Tierärztlichen Klinik für Pferde im niedersächsischen Lüsche und Expertin für Dermatologie.

Bei leichter Nesselsucht mit vereinzelten Quaddeln (Urtikaria, allergischer Ausschlag) und Insektenstichen kühlen Sie die betroffenen Hautstellen mit Eisbeuteln, Coolpacks oder reiben diese mit Essigwasser ab.

Krustige Borken bei Mauke (Hautentzündung vor allem in der Fesselbeuge) können durch Angussverbände oder wiederholtes Shampoonieren mit milden, für Pferde geeigneten Shampoos (z.B. Teebaumöl, Schieferöl) aufgeweicht werden. „Einbandagieren mit Wollvlies hält die Haut geschmeidig, und das Wollwachs hat einen zusätzlichen heilenden Effekt“, sagt Dr. Kirsten Schwenzer.

Scheuert sich das Pferd an der Schweifrübe, ist Ursachenforschung nötig. Unter Umständen ist eine längst überfällige Entwurmung schuld am Juckreiz. Das Scheuern kann auch Zeichen für ein Sommerekzems sein. Dann rät die Hautexpertin zum Waschen mit milden Shampoos (Teebaum-, Schieferöl). „Der Markt bietet eine Vielzahl an Präparaten zur Behandlung der geschädigten Haut beim Sommerekzem. Aus eigener Erfahrung kann ich Präparate mit Schieferöl empfehlen“, sagt die Dermatologin. Kortisonpräparate und Antibiotika sollten Sie dagegen nur nach Anweisung des Tierarztes geben.

Wissen Sie nicht genau, unter welcher Hautkrankheit Ihr Pferd leidet, rufen Sie prinzipiell den Tierarzt.

Auch bei starker Nesselsucht, Einschuss (Phlegmone, Entzündung des Unterhaut-Bindegewebes und der Lymphgefäße) oder wenn das Allgemeinbefinden beeinträchtigt ist, das Pferd also etwa Fieber hat (siehe Body-Check), sollten Sie in jedem Fall den Tierarzt verständigen.

Generell sollten Sie den Arzt in allen hartnäckigen Fällen zu Rate ziehen: immer dann, wenn sich der Zustand des Pferds nicht binnen kurzer Zeit bessert oder sich sogar verschlechtert. Vorsicht: Selbst eine leichte Mauke kann einen Einschuss verursachen.

Am Telefon helfen dem Arzt folgende Infos: Dauer der Erkrankung, Pferderasse, besteht Juckreiz, welche Hautareale sind betroffen, erfolgte eine Vorbehandlung, zeigt das Pferd sonstige Symptome, haben andere Tiere aus dem Stall die gleichen Symptome, was wird momentan gefüttert, gab es kürzlich eine Futterumstellung?

Tipp: „Hochwertiges Futter ist die Grundlage für gesundes Fell und gesunde Haut; der Hautstoffwechsel kann durch Biotin und Zink positiv beeinflusst werden“, sagt Dr. Schwenzer. Eine natürliche Umgebung mit Weidegang, Licht, Sonne und der Möglichkeit zum Wälzen stärkt Haut und Haar.

Loading  

Fotostrecke: Fotostrecke: Medical Training für Pferde

22 Bilder
CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Medical Training Tierarzt Pferdemedizin Foto: Lisa Rädlein

Fotostrecke: Fotostrecke: Kinesio-Tapes für Pferde richtig einsetzen

10 Bilder
CAVALLO Kinesio Tape Pferd tapen Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Kinesio Tape Pferd tapen Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Kinesio Tape Pferd tapen Foto: Lisa Rädlein

02.05.2016
Autor: Cavallo
© CAVALLO
Ausgabe 08/2009