Fakten

Die häufigsten Hauttumore bei Pferden sind oft sehr hartnäckig. Aber moderne Strahlentherapie oder eine spezielle Lichtbehandlung helfen effektiv.

Die Equine virale Arteritis (EVA, auch Pink Eye oder Pferdestaupe) ist eine Infektion mit dem Equinen Arteritis-Virus und meldepflichtige Tierseuche. Obwohl bisher nur ein Serotyp identifiziert wurde (Bucyrus-Strang), dürfte es Varianten geben.

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Ursachen

„Das Virus ist sehr ansteckend und verbreitet sich leicht“, sagt Professor Christine Aurich, Leiterin der EU-Besamungs- und Embryotransferstation an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. „Im europäischen Raum sind etwa 40 bis 50 Prozent der Pferde seropositiv, wurden also infiziert. Ausscheider des Virus’ sind dagegen keine zehn Prozent der Hengste.“

Erreger gelangen über die Atemwege in die Lunge oder werden durch Sperma (auch Gefriersamen) übertragen. Klinische Symptome können sich etwa zwei bis 14 Tage später zeigen. Infizierte Pferde scheiden das Virus knapp drei Wochen lang über alle Körperflüssigkeiten aus: Augen-, Nasensekret, Speichel, Vaginal- und Uterussekret, Urin. Oft überträgt der Hengst in der Infektionsphase das Virus beim Decken auf die Stute. Der Ausscheiderstatus ist testosteronabhängig. „Über eine vorübergehende immunologische Kastration von Hengsten besteht die Möglichkeit, den Ausscheiderstatus zu beenden“, sagt Professor Aurich. Es kann allerdings in seltenen Fällen zu bleibenden Fruchtbarkeitsstörungen kommen.

Durch die Viren entzünden sich vor allem die kleinen Arterien, was zu Durchblutungsstörungen, Blutungen (Hämorrhagie) und Ödemen führt. „Überall, wo sich Gefäße entzünden, kann Flüssigkeit austreten“, erklärt die Tierärztin. Weil innere Organe wie Nieren, Leber, Milz und Bronchien sehr stark von kleinen Arterien durchblutet werden, sind sie besonders betroffen. Weshalb es zu Fehlgeburten kommt, ist bisher nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass Entzündungen und Gewebsschäden an Uterus und Plazenta dazu führen, dass der Fetus nicht mehr ausreichend ernährt wird. Wird eine seronegative Stute von einem infizierten Hengst gedeckt, ist die entstehende Trächtigkeit nicht in Gefahr. Die Stute kann aber während der Infektionsphase (etwa drei Wochen) tragende Stuten anstecken, die dann abortieren.

Diagnose

Im akuten Stadium können Viren direkt in Sekreten, Blut oder Urin nachgewiesen werden. Um Antikörper-Titer im Serum zu bestimmen, braucht man zwei Bluttests. „Wenn der erste Test negativ ist und beim zweiten nach 14 Tagen ein Titer von 1:250 festgestellt wird, weiß man, dass sich das Pferd akut infizierte. Ab einem Titer von 1:8 ist es seropositiv, hatte sich also mit dem Virus infiziert“, erklärt Aurich. Im Sperma lässt sich das Virus mittels PCR-Test oder auch Zellkultur nachweisen.

Krankheitsverlauf: Das akute Stadium dauert bis zu neun Tage. Die Antikörper, die sich zwei bis vier Wochen nach der Infektion bilden, schützen das Pferd womöglich lebenslang vor einem weiteren Ausbruch. „Besonders Ausscheider-Hengste scheinen ihr Immunsystem gegen das Virus anzukurbeln und haben oft hohe Antikörper-Titer, ein Booster-Effekt wie bei einer Impfung“, berichtet Professor Aurich.

Stuten geben nach einer überstandenen Infektion ihre Antikörper über die Kolostralmilch an das Fohlen weiter, das maximal sechs Monate immun bleibt. Auf entzündeten Schleimhäuten können Bakterien siedeln. „Betrifft dies innere Organe, kann es massive Folgen haben, etwa schwere Leberschäden“, sagt Professor Aurich.

Vorbeugen: In Deutschland gibt es einen Impfstoff gegen EVA (Artervac von Fort Dodge). „Diese Impfung schützt vor der Infektion und Hengste vor der Erlangung des Ausscheiderstatus“, sagt Aurich. Sie rät, seronegative Hengste, die etwa im Sport eingesetzt werden, zu impfen. Grundimmunisierung: zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen; Wiederholungsimpfung halbjährlich. „Es muss unbedingt kontrolliert werden, ob die Impfung erfolgr...

Treten nur im akuten Stadium auf:

  • Hohes Fieber bis 41 Grad Celsius (normal: 37,5 bis 38,2 Grad Celsius)
  • Apathie
  • Fressunlust
  • Nasenausfluss
  • Bindehautentzündung: Tränende, gerötete, lichtempfindliche Augen
  • Schwellungen (Ödeme) und Blasenbildung der Bindehaut (Konjunktiva) auf der Lederhaut (Sklera) möglich
  • Schwellungen an den Beinen und Geschlechtsteilen, seltener an Unterbauch oder Brust
  • Punktuelle Hautschwellungen an Kopf und Hals, was dem Ausschlag bei Nesselfieber (Urtikaria) ähnelt
  • Husten
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Gelegentlich: Fehlgeburt oder Geburt lebensschwacher Fohlen (Abortrate von unter zehn bis über 50 Prozent)

Hengste: Noch einige Wochen nach der Infektion verminderte Fruchtbarkeit

Manchmal:

  • Verdauungsprobleme: Zu Beginn Verstopfungen, später eher Durchfall
  • Selten: Trippelnder Gang, Hinterhandlähmung
  • Extrem selten: Störungen des Zentralen Nervensystems mit dummkollerartigen Symptomen, Gesichtslähmungen und Penisvorfall
19.11.2012
© CAVALLO