Handicaps: So gut kommen Pferde trotz Schwächen zurecht

Defektes Knorpelgewebe ist schuld am zerknautschten Ohr

Blind, taub oder dreibeinig: Pferde kommen oft erstaunlich gut mit ihren Handicaps klar. Vor allem, wenn Reiter oder Besitzer das Manko gut handeln können, gehen solche Pferde sogar erfolgreich im Sport.

 

CAVALLO Pferde mit Handicap
Foto: Slawik

Zur Diskussion im CAVALLO-Forum: Wer hat Erfahrung mit Handicap-Pferden, die taub oder blind sind und ihr Leben trotzdem meistern?

Das Pferd: Der PRE-Wallach hat ein Knautsch-Ohr. Die zerknüllte Ohrmuschel ist aber nur ein Schönheitsfehler. Das deformierte Ohr bereitet dem Schimmel keine Schmerzen. Auch Pferde mit gespaltener oder fehlender Ohrspitze sehen lediglich seltsam aus, leiden aber nicht unter dem optischen Makel.

Experten-Urteil: „Der Knautscheffekt betrifft nur die Ohrmuschel des Pferds – und nicht den Gehörgang oder den Hörnerv an sich. Die natürlichen Fluchtreflexe werden dadurch nicht beeinträchtigt“, erklärt Pferdefachtierarzt Dr. Jacek Gawda vom Tiergesundheitszentrum für Kleintiere und Pferde Aggertal im nordrhein-westfälischen Lohmar. Schuld ist eine krankhafte Veränderung des Knorpelgewebes im Ohr. Der Auslöser scheint banal: „Dies kann durch eine Abwehrreaktion verursacht werden, wie sie aufgrund von Insektenstichen vorkommt“, sagt Gawda. Das Knorpelgewebe verkrüppelt und kann nicht mehr dafür sorgen, dass sich die Ohrmuschel aufrichtet.

Der Alltag: „Die Besitzer des Schimmels hat diese Missbildung nie gestört. Im Umgang und beim Reiten war der Wallach trotz des Knautsch-Ohrs nie besonders sensibel oder schwierig“, weiß Fotografin Christiane Slawik, die den Spanier ablichtete.