Handicaps: So gut kommen Pferde trotz Schwächen zurecht

Scheckfärbung macht Hengst taub

Blind, taub oder dreibeinig: Pferde kommen oft erstaunlich gut mit ihren Handicaps klar. Vor allem, wenn Reiter oder Besitzer das Manko gut handeln können, gehen solche Pferde sogar erfolgreich im Sport.

 

CAVALLO Pferde mit Handicap
Foto: Guni Der Paint-Horse-Hengst The Great Guntini ist taub. Das liegt an seiner Scheck-Färbung.

Zur Diskussion im CAVALLO-Forum: Wer hat Erfahrung mit Handicap-Pferden, die taub oder blind sind und ihr Leben trotzdem meistern?

Das Pferd: Der siebenjährige Paint-Horse-Hengst The Great Guntini sammelte Erfolge im Westernsport und ist ein gefragter Deckhengst. Wie sein amerikanischer Vater Gunner, einer der erfolgreichsten Reining-Vererber der Welt, ist auch Guntini taub.

Experten-Urteil: Verantwortlich dafür ist ein Gendefekt, der mit der Scheck-Färbung zusammenhängt und vererbt werden kann. Wissenschaftler der amerikanischen Universität Davis in Kalifornien untersuchten die Taubheit der Paints näher. Sie stellten einige optische Risikofaktoren fest: Taub sind vor allem Pferde mit viel Weiß an Kopf und Beinen, speziellen Scheckzeichnungen sowie blauen Augen. In seiner Leistung war keines der tauben Tiere beeinträchtigt: Sie wurden soagr erfolgreich bei Turnieren vorgestellt.

Der Alltag: „Ich habe Guntini ganz normal wie jedes andere Pferd geritten“, sagt Westernprofi Grischa Ludwig, der Guntini trainierte und auf Shows präsentierte. „Der Hengst hört nichts. Dafür war er immer total cool. Da sich Pferde ohnehin an der Körpersprache des Menschen orientieren und nicht das gesprochene Wort verstehen, gab es zwischen uns nie Probleme.“