Handicaps: So gut kommen Pferde trotz Schwächen zurecht

Wallach Vinti wurde die Zunge abgebissen

Blind, taub oder dreibeinig: Pferde kommen oft erstaunlich gut mit ihren Handicaps klar. Vor allem, wenn Reiter oder Besitzer das Manko gut handeln können, gehen solche Pferde sogar erfolgreich im Sport.

Zur Diskussion im CAVALLO-Forum: Wer hat Erfahrung mit Handicap-Pferden, die taub oder blind sind und ihr Leben trotzdem meistern?

Das Pferd: Als PRE-Wallach Vinti seinen Kopf in die Futterluke der Nachbarbox steckte, biss sich ein Hengst an seiner Zunge fest und riss sie ab. Lange konnte Vinti nur eingeweichte Rübenschnitzel fressen.

Experten-Urteil: „Pferde, denen ein Teil der Zunge fehlt, kommen nach einer Gewöhnungsphase damit klar“, sagt Dr. Kai Kreling von der Tierklinik Binger Wald. „Ganz ohne Zunge kann ein Pferd nicht leben, weil es nur so das Futter in den Schlund befördern kann. Zehn Zentimeter können amputiert werden, mit dem Rest lernen die Pferde zu fressen und zu saufen. Wenn sie das geschafft haben, sind sie über den Berg.“

Der Alltag: „Nach gut einem Jahr kann ich Vinti jetzt wieder Bananen und mit Vorsicht sogar Leckerli füttern“, sagt Besitzerin Ulla Rittersbacher. „Auch Müsli frisst er inzwischen problemlos.“ Geritten wird der Wallach mit LG-Zaum, auf den er gut reagiert. Seine Besitzerin lernte in einem Dressurkurs bei Carlos Lopes das gebisslose Reiten.