Handicaps: So gut kommen Pferde trotz Schwächen zurecht

Pferde können auf manche Organe verzichten

Im Notfall hilft oft nur ein radikaler Schnitt: Auf diese kranken Organe können Pferde im Zweifel verzichten.

Zur Diskussion im CAVALLO-Forum: Wer hat Erfahrung mit Handicap-Pferden, die taub oder blind sind und ihr Leben trotzdem meistern?

Dünndarm: Der Dünndarm eines Pferd kann, abhängig von der Größe des Tiers, bis zu 25 Meter lang sein. „Bei einer Kolik-Operation können im Notfall abgestorbene Teile des Dünndarms entfernt werden. Sogar bis zu einem Drittel des gesamten Darms können entnommen werden“, erklärt Dr. Inka Kreling von der Tierklinik Binger Wald in Waldalgesheim. „Auch die Blinddarmspitze kann entfernt werden, ohne dass sie dem Pferd fehlen würde.“

Penis: Bösartige Tumore der Penisschleimhaut können der Grund für eine Kürzung des Glieds sein. „Dabei werden Teile des Penis entfernt, ein neuer Harnweg und eine künstliche Öffnung zum Urinieren angelegt. Das Pferd kann trotzdem ausschachten und mit diesem Handicap leben“, erklärt Professor Jörg Aurich von der Veterinärmedizinischen Universität in Wien.

Niere: „Wie wir Menschen können auch Pferde lediglich mit einer Niere leben. Deshalb kann das Organ entnommen werden, wenn ein Pferd beispielsweise an einem bösartigen Tumor leidet“, sagt Dr. Henning Schlumbohm von der Pferdepraxis in Waldenbuch bei Stuttgart. „Diese Operation verläuft meist unproblematisch. Nach acht bis zehn Wochen Stehzeit und einer Schrittphase kann das Pferd bereits wieder vorsichtig gearbeitet werden.“