Hufspalten: Wenn das Hufhorn reißt gehen Pferde lahm

Huf-Sanieren erfordert tiefe Schnitte

Hufspalten legen Pferde lahm: Spalten im Horn sind tückisch, selbst wenn sie harmlos aussehen. Sie können das Pferd für Monate lahmlegen. Plus CAVALLO Therapie-Tipps!

Bei der Behandlung von Spalten folgt Tierarzt Dr. Joachim Onderka einem klaren Schema: Nach dem Röntgen wird der Spalt saniert, also ausgefräst oder ausgeschnitten. Und zwar so tief, bis stabiles Horn oder die Huflederhaut zum Vorschein kommen. „So können wir auch sichergehen, dass sich nicht irgendwo im Spalt schon eine Infektion gebildet hat, die mit Antibiotika behandelt werden müsste“, erläutert Onderka.

Der Tierarzt untersucht außerdem das Blut des Pferds, ob vielleicht wichtige Spurenelemente fehlen. „Zinkmangel wirkt sich zum Beispiel schlecht auf die Hornqualität aus – und sprödes, brüchiges Horn reißt schneller ein“, sagt Onderka.

Entlasten ist der nächste Schritt, damit das Horn nicht weiter klafft und der Defekt mit der Zeit herauswachsen kann. Dazu legt Hufschmied Jurth zunächst eine Schwebe an, kürzt also unterhalb des Spalts den Tragrand. Dann bekommt das Pferd einen orthopädischen Beschlag. „In dem Bereich, der entlastet werden soll, schweiße ich zum Beispiel einen Steg ein, der zusätzlich mit Silikon unterfüttert wird“, erläutert Jurth. So wuchs der Hornspalt von Noriker-Stute Sonja geschlossen herunter. Zehn Monate nach Beginn der Therapie erinnert nur noch ein kurzer, schmaler Streifen knapp oberhalb des Tragrands an das Übel.

Fotostrecke: Ratgeber: Welcher Hufschuh passt welchem Pferd?

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Hufschuhe Foto: Hersteller
Hufschuhe Foto: Hersteller
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Hufbearbeitung Beschlag Hufeisen F-Balance Foto: Lisa Rädlein
Hufbearbeitung Beschlag Hufeisen F-Balance Foto: Lisa Rädlein
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25.08.2012
Autor: Kristina Glaser, Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe 03/2011