Kolik: Ursachen, Therapie, Operation

Kolik bei Pferden - Krankheitsverlauf

Bauchschmerzen sind stets ein Notfall, äußern sich aber nicht bei jedem Pferd gleich. Auf welche Alarmsignale müssen Besitzer achten – und wie beugt man einer Kolik vor?

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Pferdekliniken Notdienste Medizin Koliken Foto: Kraufmann
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Obwohl sich einige milde Koliken von selbst bessern, ist der Verlauf häufig unberechenbar. Oft verschwinden die Schmerzen vorübergehend. Dann hat der Darm seine Tätigkeit eingestellt, die Schmerzrezeptoren arbeiten nur langsam oder gar nicht mehr. Vorsicht: Scheinbare Schmerzfreiheit ist nicht automatisch ein Zeichen für Selbstheilung; oft kehren die Schmerzen nach Stunden verstärkt wieder und der Zustand des Pferds verschlechtert sich dramatisch (Schockgeschehen unterschiedlichen Grades).

Pferde mit Zahnfehlern leiden häufiger an Kolik, weil sie ihr Futter schlechter kauen. Boxenpferde, die wenig Bewegung haben, und alte Tiere haben häufig einen „trägen Darm“, was das Kolikrisiko erhöht. Magenüberladungen können dazu führen, dass der Magen platzt. Alarmsignal: Mageninhalt quillt aus dem Maul oder einer Nüster. Wenn ein extrem aufgeblähter oder verstopfter Darm reißt, kann Darminhalt in die Bauchhöhle fließen. Dann droht eine lebensgefährliche und in der Regel tödlich verlaufende Bauchfellentzündung (Peritonitis).

In einem stark verstopften Darm können sich Stoffwechselprodukte sammeln, die das Pferd vergiften, den Kreislauf belasten und zum Schock führen können.

So können Sie vorbeugen:

FÜTTERUNG: Pferdegerechte Fütterung mit viel Heu und wenig Kraftfutter ist die beste Prophylaxe. Auch die Futterzeiten sind wichtig: Verteilen Sie die Mahlzeiten über den Tag und halten Sie feste Futterzeiten ein, falls das Pferd daran gewöhnt ist; falls nicht, gewöhnen Sie es nur schrittweise um.

QUALITÄT: Lagern Sie Futter immer trocken und sauber – und füttern Sie nie schimmeliges Futter.

MENGE: Faustregel für Freizeitpferde: maximal 400 bis 500 Gramm Kraftfutter pro Mahlzeit und 100 Kilo Körpergewicht. Füttern Sie vor dem Kraftfutter ausreichend Heu. Wasser sollte immer zur freien Verfügung stehen.

UMSTELLUNG: Jede Futterumstellung muss schrittweise geschehen. Besondere Vorsicht ist beim Weideauftrieb im Frühjahr geboten.

RAUFUTTER: Heu ist optimal für die Verdauung. Bieten Sie es deshalb auch auf abgefressenen Weiden und im Paddock an. Neigt das Pferd zu Verstopfungskoliken durch Strohfressen, ist Stroh als Einstreu tabu.

BEWEGUNG: Sorgen Sie immer für viel Bewegung, damit die Verdauung in Schwung bleibt. Besonders wichtig sind lange Schrittphasen.

GESUNDHEIT UND PFLEGE: Würmer können Bauchschmerzen verursachen. Um den Parasitenbefall des Pferds einzudämmen, sind gezielte Wurmkuren und das Abäpfeln der Weide Pflicht. Lassen Sie mindestens einmal im Jahr die Pferdezähne kontrollieren.

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15.09.2015
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO